East Side FestivalFußball, Party, Kunst: Ausflug nach Birkenwerder

Das Wetter soll wieder besser werden, einem Ausflug aufs Land steht nichts im Wege. Wie wär's mit Outdoor-Kunst? Ab nach Birkenwerder - eine gute Stunde von Berlin entfernt, Party und Fußball gibt's auch.
Als ein Jahr nach dem Mauerfall Künstlerinnen und Künstler die Berliner Mauer bemalten, entstand weit mehr als ein Denkmal der Zeitgeschichte: Die East Side Gallery wurde zum Sinnbild dafür, wie Kunst Grenzen sichtbar machen und zugleich überwinden kann. Auch der Skulpturen-Boulevard verdankt sich einer ähnlichen Idee: Als interkommunale Straßengalerie verbindet er seit 2017 Hohen Neuendorf und Birkenwerder und versteht Kunst als Einladung zum Dialog über Orts- und Gemeindegrenzen hinweg.
Die Begegnung zwischen East Side Gallery und Skulpturen Boulevard zeigt, wie aktuell die Idee geblieben ist, die beide Projekte verbindet: Kunst überschreitet Grenzen. Sie schafft Aufmerksamkeit für den Ort, bringt Menschen miteinander ins Gespräch und eröffnet neue Perspektiven auf das, was uns verbindet.
Vom 6. bis 11. Juli 2026 begegnen sich nun beide Projekte beim East Side Festival an der Streetart Gallery. Zu Gast sind Künstler der East Side Gallery, die während einer ganzen Woche unter freiem Himmel arbeiten. Besucherinnen und Besucher können den Entstehungsprozess neuer Wandbilder verfolgen, Fragen stellen und erleben, wie Kunst im öffentlichen Raum entsteht.
Gerade diese Offenheit macht den besonderen Reiz des Projekts aus. Das Atelier verlagert sich auf die Straße. Der Weg entlang des Boulevards wird zur Werkstatt, zum Ausstellungsraum und zum Ort der Begegnung zugleich.
Kunst - ein Prozess
Wo sonst bietet sich die Gelegenheit, Künstlern bei ihrer Arbeit zuzusehen, Entscheidungen mitzuerleben und den langsamen Weg vom ersten Entwurf bis zum fertigen Bild zu verfolgen? Die Streetart Gallery wird in diesen Tagen selbst zum Kunstwerk - nicht nur als Ort fertiger Arbeiten, sondern als Bühne des künstlerischen Prozesses.
Am Freitag beginnt um 15 Uhr das Künstlerfest "KULTUR VEREIN(T)" in der East Side Lounge auf dem Gelände der EMB-Geschäftsstelle. Künstler, Kulturinitiativen, Nachbarn und Unterstützer können dort ins Gespräch kommen.
Um 16 Uhr folgt die Vernissage der neuen Wandbilder "The East Side Murals" an der Streetart Gallery. Die beteiligten Künstler werden anwesend sein und ihre Arbeiten vorstellen.
Ebenfalls am Freitag wird auf dem Skulpturen Boulevard die Skulptur "Eismeer IV" von Martin Wellmer eingeweiht. Die Arbeit kommt als Dauerleihgabe der "A und A Kulturstiftung Köln" nach Birkenwerder und erweitert den Boulevard um eine weitere künstlerische Position.
Am Samstag eröffnet um 16 Uhr in der Galerie 47 die Ausstellung "Beyond the Murals": Gezeigt werden Arbeiten der East-Side-Künstler Alawi, Jim Avignon, Citny und Gemajew auf Papier und Leinwand. Die Ausstellung ermöglicht einen Blick auf Werkgruppen, die über die großformatigen Wandbilder hinausgehen und die individuellen Handschriften der Künstler in einem anderen Maßstab erfahrbar machen.
Jim Avignon legt auf
Ab 18 Uhr verwandelt sich das Festival in einen Ort der Begegnung zwischen Kunst und Musik: Bei der East Side Night wird gemeinsam mit Künstlern, Gästen, Nachbarn und Unterstützern der Abschluss einer außergewöhnlichen Woche gefeiert, was sich darin äußerst, dass als besonderer Gast kein Geringerer als Jim Avignon auflegen wird: Kaum ein anderer verbindet Bildkunst, Musik und urbane Kultur so selbstverständlich miteinander. Seine Präsenz steht exemplarisch für die Offenheit und Vielseitigkeit der Berliner Kunstszene, aus der die East Side Gallery hervorgegangen ist.
Und weil öffentlicher Raum immer auch ein Ort gemeinsamer Erlebnisse ist, werden während des Festivals die Viertelfinalspiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 live übertragen: Freitag, 10. Juli – 21 Uhr, Samstag, 11. Juli – 23 Uhr.
Kunstpublikum, Nachbarschaft und Fußballfreunde teilen sich an diesem Wochenende denselben Ort. Auch das gehört zur Idee des Boulevards: Menschen zusammenzubringen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären. Wer den Boulevard in diesen Tagen besucht, erlebt nicht nur fertige Kunstwerke. Er erlebt Kunst als Prozess, als Gespräch und als gemeinschaftliches Ereignis.
Noch mehr Wege, mit Wein und Witz
Ostseeurlaubern kann es passieren, dass ihnen Donald Trump den Mittelfinger entgegenstreckt: Doch in Klein Strömkendorf unweit von Rostock wartet nicht nur der polarisierende US-Präsident im Wald: Lenin, Honecker, Bush Jr. , Chruschtschow und Erdogan stehen am Wegesrand. "Lehrpfad der unholdigen Personen" heißt der gut ein Kilometer kurze Skulpturenweg offiziell, doch bekannter ist er unter seinem anderen Namen: Arschlochwandelweg.
Für Bierliebhaber
Der Bierfernwanderweg im Bayerischen Wald passiert diverse Brauereien (mit Biergärten). Empfohlen wird, die gut 100 Kilometer auf sechs Tage zu verteilen. Wer nach der sechstägigen Rundtour nicht genug hat, macht noch die zwei weiteren Etappen, von denen eine über die Grenze nach Tschechien führt.
Wer besonders viel Bier auf einem Schlag erleben will, kann aber auch den 13-Brauereien-Weg bei Bamberg gehen. Auf einem zwölf Kilometer langen Weg rund um Rohr in Franken warten 20 Witze-Stationen mit überwiegend "Flachwitzen", und ein drei Kilometer langer Rundweg in der Region Sieg führt die Wanderlustigen ins Land der Mittelerde: der Auenlandwanderweg mit Hobbit-Hütten und bekannten Gesichtern aus Herr der Ringe wie Gandalf, Legolas oder Gollum im Westerwald. Worauf wartest du noch, MEIN SCHATZ?