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Gouverneur ruft Notstand aus Ganz Kalifornien kämpft gegen die Flammen

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Gut 180.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

(Foto: REUTERS)

In Kalifornien wüten mehrere Waldbrände, die durch Hitze, Trockenheit und Winde angefacht werden. Tausende Feuerwehrleute versuchen, die Flammen zu bannen. Wegen des großen Ausmaßes der Brände ruft der Gouverneur für den gesamten Bundesstaat den Notstand aus.

Wegen der verheerenden Waldbrände in Kalifornien hat Gouverneur Gavin Newsom den Notstand für den gesamten US-Bundesstaat ausgerufen. Gut 180.000 Menschen wurden nach Angaben der Behörden angewiesen, ihre Häuser zu verlassen. Die Zwangsevakuierungen betreffen die nördlich von San Francisco gelegene Weinbauregion Sonoma, in der mehr als 3000 Feuerwehrleute gegen die Flammen kämpfen. Wegen der großen Brandgefahr kam es außerdem zu massiven Stromabschaltungen.

In Kalifornien wüten derzeit mehrere Waldbrände, die durch Hitze, Trockenheit und die Santa-Ana-Winde angefacht werden. Besondere Sorge bereitet den Behörden die Lage in Sonoma, wo seit Mittwoch das "Kincade"-Feuer nahe der Stadt Santa Rosa wütet.

Gouverneur Newsom erklärte wegen der Auswirkungen der "beispiellosen" Winde den Ausnahmezustand in ganz Kalifornien. "Mehr als 3000 Menschen sind im Einsatz, um sicherzustellen, dass die Evakuierungen gut verlaufen und die Menschen sie ernst nehmen", teilte Newsom mit. Am Wochenende wurden unter anderem zwei Krankenhäuser in Santa Rosa evakuiert und die Patienten in andere Einrichtungen verlegt. Der Polizeichef des Bezirks Sonoma, Mark Essick, sagte auf einer Pressekonferenz, dass außerdem Hunderte Polizisten im Einsatz seien, um in den evakuierten Bereichen das Eigentum der Bewohner vor Plünderungen zu schützen.

Mehr als 3000 Feuerwehrleute sowie Löschflugzeuge und Helikopter bekämpften am Wochenende allein das "Kincade"-Feuer. Es erstreckte sich nach Angaben der Feuerwehr auf eine Fläche von mehr als 12.000 Hektar und war am Sonntag nur zu zehn Prozent unter Kontrolle. Die Behörden erwarten, das Feuer nicht vor dem 7. November vollständig eingedämmt zu haben.

"Wir sind am Boden zerstört"

Die Flammen haben bereits Dutzende Gebäude zerstört, darunter auch das bekannte, 150 Jahre alte Weingut "Soda Rock Winery". "Wir sind am Boden zerstört", schrieben die Eigentümer auf Facebook. Das gesamte Personal sei in Sicherheit, hieß es in der Mitteilung.

Meteorologen warnten am Sonntag vor weiteren ungewöhnlich heftigen und anhaltenden Winden, die sich erst im Laufe des Montags abschwächen sollen. Ein Vertreter der Feuerwehr warnte vor einer noch größeren Katastrophe, würde sich das Feuer weiter gen Westen über die wichtige Verkehrsader, die Autobahn 101, hinaus ausbreiten. In dieser Gegend habe es seit den 40er Jahren keine Brände gegeben, die alten Büsche und Bäume in dieser Region seien deshalb "besonders trocken".

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Tausende Feuerwehrleute kämpfen in mehreren Regionen Kaliforniens gegen die Flammen.

(Foto: REUTERS)

Wegen der großen Brandgefahr hatte Kaliforniens größter Energieversorger PG&E (Pacific Gas & Electric) angekündigt, knapp einer Million Kunden Strom und Gas abzuschalten. Im vergangenen November hatten marode, beschädigte Stromleitungen von PG&E den verheerendsten Waldbrand in Kaliforniens Geschichte ausgelöst. Damals fielen insgesamt 86 Menschen den tödlichen Feuerwalzen zum Opfer.

Ein Vorfall an einer Hochspannungsleitung des Energieversorgers könnte auch Auslöser des "Kincade"-Feuers im Bezirk Sonoma sein. Gouverneur Newsom warf dem Unternehmen vor, seinen Profit "zu lange" über die Interessen der Menschen in Kalifornien gestellt zu haben. Dafür müsse es zur Rechenschaft gezogen werden. PG&E hat bereits vor Monaten Gläubigerschutz beantragt.

Weitgehend Entwarnung gaben die Behörden unterdessen für den Süden Kaliforniens. Rund 50.000 Menschen, die wegen des "Tick"-Feuers ihre Häuser rund um Santa Clara bei Los Angeles hatten verlassen müssen, konnten am Wochenende zurückkehren.

Quelle: n-tv.de, ibu/AFP

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