Panorama
Anfangs zweifelten die Ermittler nicht an den Aussagen von Vater und Sohn.
Anfangs zweifelten die Ermittler nicht an den Aussagen von Vater und Sohn.(Foto: imago stock&people)
Dienstag, 13. Februar 2018

Alles nur geschwindelt?: Geldbote und Tochter verhaftet

Eine junge Französin wird entführt und von ihrem Vater wieder freigekauft. Angeblich zahlte der als Geldbote tätige Mann den Kidnappern mehrere Millionen Schweizer Franken. Ein Fall von organisierter Kriminalität? Die Wahrheit scheint weit davon entfernt.

Die Tochter eines Geldboten wird aus ihrem Studentenwohnheim entführt und nach Übergabe des gesamten Geldtransporter-Inhalts ihres Vaters wieder freigelassen: So stellte sich das Szenario einer abenteuerlichen Geschichte, die sich im Grenzgebiet zwischen Frankreich und der Schweiz ereignet haben soll, am vergangenen Freitag dar. Ein paar Tage und einige Erkenntnisse später scheint die Wahrheit weit davon entfernt.

Der besagte Geldbote und seine 22-jährige Tochter stehen mittlerweile im Visier der Ermittlungen und wurden wegen einer womöglich fingierten Entführung mit Lösegeldzahlung festgenommen. Die beiden seien zusammen mit einem mutmaßlichen Helfer im ostfranzösischen Lyon in Gewahrsam, hieß es von den Ermittlern.

Der in der Schweiz tätige Geldbote hatte behauptet, den gesamten Inhalt seines Geldtransporters an angebliche Entführer seiner Tochter gezahlt zu haben, die daraufhin freigelassen worden sei. Offenbar haben die Ermittler aber nun Zweifel an der Darstellung von Vater und Tochter: Die 22-Jährige hatte der Polizei erzählt, sie sei vergangene Woche von zwei Männern aus ihrer Studentenwohnung in Lyon entführt worden, die sich als Klempner ausgegeben hätten.

Die Kidnapper hätten dann ihren Vater kontaktiert, der den gesamten Inhalt des Geldtransporters auf einem Parkplatz im Schweizer Kanton Waadt an die Kriminellen übergeben habe. Die Beute soll sich auf 20 bis 30 Millionen Schweizer Franken (17 bis 26 Millionen Euro) belaufen. Die Ermittler waren zunächst von einem Fall organisierter Kriminalität ausgegangen. "Wir haben keinen Grund, an ihren Angaben zu zweifeln."

Quelle: n-tv.de