Panorama

Verbrauch "drastisch gestiegen" Gemeinde Lauenau hat kein Wasser mehr

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Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lauenau zapfen Löschwasser aus dem Tank eines ihrer Einsatzfahrzeuge.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Lauenau bekommen die Bewohner Trinkwasser vorerst nur noch im Supermarkt. Der Trinkwasserspeicher sei auf null gelaufen, sagt der Bürgermeister der niedersächsischen Gemeinde. Die Hitze und das Coronavirus sind der Auslöser.

In der niedersächsischen Gemeinde Lauenau ist die Wasserversorgung nach warmen Tagen während der Corona-Pandemie zusammengebrochen. Die Abnahmemenge im privaten Bereich sei drastisch gestiegen - selbst im Vergleich zu anderen Spitzenzeiten, erklärte der Bürgermeister der Samtgemeinde Rodenberg, Georg Hudalla, zu der der Flecken Lauenau gehört. "Sonst sind die Menschen in der Sommerzeit verreist und jetzt sind sie zu Hause."

Der Trinkwasserspeicher könne über Nacht nicht mehr komplett aufgefüllt werden. So sei er am Samstagmittag auf null gelaufen. "Es kann passieren, wenn Menschen den Hahn aufmachen: Es kommt wirklich gar nichts", sagte der Bürgermeister.

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Die Freiwillige Feuerwehr entlädt Wasserbehälter von einem LKW.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am Feuerwehrhaus wurden Behälter mit Brauchwasser etwa für die Toilettenspülung aufgestellt, das sich die Bürger abholen können. Dazu verteilten Tanklöschfahrzeuge ihr Brandwasser in den Ortsteilen. Trinkwasser müssen sich die Menschen im Supermarkt kaufen. Knapp 4000 Menschen sind betroffen. Wann das Problem gelöst sein könnte, ist laut Bürgermeister unklar.

Potsdam verhängt Wasserentnahmeverbot

Auch anderorts wird das Wasser angesichts der anhaltenden Hitze knapp: In Potsdam dürfen Anwohner seit Freitag kein Wasser aus Flüssen, Seen und Gräben entnehmen. Das Wasserentnahmeverbot aus den Oberflächengewässern auf dem Gebiet der Landeshauptstadt gilt zunächst bis zum 30. September, wie die Stadt mitteilte. Zuwiderhandlungen könnten mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Nach der extremen Niedrigwassersituation in den Sommern 2018 und 2019 konnten die Wasserdefizite laut Stadt in den Wintermonaten nicht ausgeglichen werden. Niederschläge im Mai, Juni und Juli hätten die Lage nur "leicht, kurzfristig und örtlich begrenzt" entspannt. "Wegen der hohen Temperaturen und Verdunstung, der weiterhin geringen Niederschläge und der aktuellen Wetterprognose ist davon auszugehen, dass die extreme Trockenheit und die damit einhergehenden geringen Wasserstände der Potsdamer Gewässer bis in den Herbst andauern werden", hieß es.

Quelle: ntv.de, chr/dpa