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Sqeezer-Sänger in Berlin getötet Gericht verhängt nach Foltertod Haftstrafen

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Jim Reeves bei einer Modenschau 2015.

imago/APP-Photo

Bei sexuellen Handlungen quälen zwei Männer den ehemaligen Sqeezer-Sänger Jim Reeves zu Tode. Beide gestehen ihre Taten vor Gericht, streiten aber rassistische oder homophobe Motive ab. Die Angeklagten werden zu langen Haftstrafen verurteilt.

Im Prozess um die grausame Tötung des Sqeezer-Sängers Jim Reeves sind die beiden Angeklagten vor dem Berliner Landgericht zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Pawel A. muss für 14 Jahre ins Gefängnis, Adam K. für 13 Jahre. Die beiden aus Polen stammenden Bauarbeiter wurden des besonders schweren Totschlags in Tateinheit mit besonders schwerem sexuellem Missbrauch einer wehrlosen Person schuldig gesprochen. Die Angeklagten waren bei der fürchterlichen Tat erheblich alkoholisiert.

Die Männer hatten dem Urteil zufolge Reeves Ende Januar 2016 in einem Hostelzimmer zu Tode gequält. K. gestand im Prozessverlauf, den 48-jährigen Reeves mit einem Stuhlbein vergewaltigt zu haben. Der in den 90er Jahren mit der Band Sqeezer bekannt gewordene Reeves starb in Folge schwerer innerer Verletzungen durch die ihm zugefügten Rippenbrüche.

Die Angeklagten erklärten den Gewaltexzess mit sexuellen Avancen des später Getöteten. Darüber sei es zu einem Streit gekommen, der unter massivem Alkoholeinfluss eskaliert sei. Sie bestritten, den dunkelhäutigen und offen homosexuell lebenden Reeves aus rassistischen oder homophoben Motiven getötet zu haben.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die für beide Angeklagten jeweils 14 Jahre und sechs Monate Haft gefordert hatte. Die Nebenkläger drangen in dem 14 Monate währenden Prozess im Namen mehrerer Angehöriger auf lebenslange Freiheitsstrafen wegen Mordes und kündigten an, eine Revision zu prüfen.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP/dpa

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