Panorama

Schweres Unglück verhindert Güterzug steuert ungebremst durch Bayern

imago55855534h.jpg

Güterzug außer Kontrolle: Rund 90 Kilometer legte der Zug mit defekten Bremsen über die bayerischen Schienenwege zurück. (Symbolbild)

(Foto: imago stock&people)

Die Lokführer betätigen die Bremsen, aber ihr Zug wird nicht langsamer: Ein Güterzug aus Tschechien kommt erst viele Kilometer von seinem Ziel entfernt zum Stehen. Jetzt ermitteln die Behörden.

Ein Güterzug ist eine weite Strecke ungebremst durch Bayern gerollt - einen Unfall gab es wegen der schnellen Reaktion mehrerer Fahrdienstleiter entlang der Strecke aber nicht. Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Es handelte sich um einen Zug eines privaten Unternehmens. Laut Recherchen des Bayerischen Rundfunks hatte der Güterzug Holz geladen und war insgesamt rund 2000 Tonnen schwer. Das Unternehmen gab die zurückgelegte Strecke mit rund 90 Kilometern an.

Laut Polizei war der Zug vom tschechischen Eger in Richtung Wiesau in der Oberpfalz gefahren. Als die Lokführer den Zug nicht stoppen konnten, rollte dieser ungebremst weiter, bis er bei Schwarzenfeld in flachem Gelände stehenblieb. Die Lokführer hätten die Bremskupplung falsch angeschlossen, teilte das Unternehmen mit. Die Bremswirkung sei nur sehr gering gewesen.

Die Fahrdienstleiter hätten innerhalb weniger Minuten die Signale an der Strecke so eingestellt, dass der Güterzug freie Fahrt hatte und keine anderen Züge auf die Strecke fuhren, sagte ein Sprecher der DB Netz. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn ist für die Schieneninfrastruktur verantwortlich.

Der Bahnsprecher sagte, die zwei Lokführer des Güterzuges hätten vor dem Bahnhof Wiesau bemerkt, dass sie den Zug nicht bremsen können und die Fahrdienstleiter darüber informiert. Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung habe Ermittlungen aufgenommen. Ein solcher Vorfall sei extrem selten. Laut dem privaten Unternehmen wurden die beiden Lokführer entlassen.

Quelle: n-tv.de, tro/dpa

Mehr zum Thema