Blitz tötet RollerfahrerHagelsturm verwandelt Worms in Winterlandschaft
Ein heftiger Hagelsturm zieht über Worms hinweg und legt eine weiße Eisdecke über die Stadt. Die Feuerwehr ist am Abend im Dauereinsatz. Im Norden von Rheinland-Pfalz stirbt ein Mann durch einen Blitzschlag.
Ein Unwetter mit Starkregen und Hagel hat die Straßen in Worms am Abend in eine winterliche Landschaft verwandelt und einige Schäden verursacht. Spektakuläres Augenzeugenmaterial zeigte den Durchzug der Unwetterzelle. Golfballgroße Hagelkörner und Starkregen prasselten nieder. Autofahrer kämpften sich durch die Fluten. Straßen verwandelten sich in Flüsse, der Verkehr auf der A61 stand zeitweise still. Auf Fotos der Feuerwehr ist zu sehen, wie der Hagel die Straßen der Stadt in Rheinland-Pfalz so bedeckt, dass es wie eine dünne Schneedecke wirkt. Nach dem kurzen, aber extremen Unwetter gegen 19 Uhr war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Bis 22 Uhr gab es in Worms nach Angaben der Feuerwehr rund 120 unwetterbedingte Einsätze. Demnach wurden Keller und Straßen überflutet. In einigen Stadtteilen gingen Fenster zu Bruch und Autos wurden beschädigt.
Die Wetterlage beruhigte sich zwar wieder. Wegen Unwetterschäden mussten aber zwei Kitas und eine Schule am Mittwoch geschlossen bleiben. Auch das Klinikum Worms war zwischenzeitlich beeinträchtigt, konnte aber bald wieder im Normalbetrieb weiterarbeiten. Beim Klinikum war das Dachfenster oberhalb der Operationssäle zerstört worden. Das THW sei dort und verschließe diese provisorisch, hieß es am Abend. Die Straßen waren nach Angaben der Feuerwehr Worms vom späten Abend zuletzt befahrbar, allerdings könne es noch zu Beeinträchtigungen kommen, hieß es. Von vermeidbaren Fahrten riet die Feuerwehr ab.
Mann von Blitz erschlagen
Bei Gewittern über dem Norden von Rheinland-Pfalz wurde ein Mann von einem Blitz getroffen. Der 43-Jährige war mit seinem Roller unterwegs, als das Unglück im Rhein-Lahn-Kreis geschah, wie die Polizei in der Nacht mitteilte. Er starb demnach noch vor Ort. Im Kreis Cochem-Zell schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Der brennende Dachstuhl konnte aber gelöscht werden, Verletzte gab es hier nicht.
Auch in Koblenz sorgt die Unwetterfront für Schäden: mehr als hundert Keller wurden überflutet. 25 Straßen mussten der Polizei zufolge vorübergehend wegen umgestürzter Bäume und Geröll auf den Fahrbahnen gesperrt werden. Im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz gab es bei zwölf wetterbedingten Verkehrsunfällen insgesamt zwei Leicht- und zwei Schwerverletzte. An manchen Orten im Rhein-Hunsrück-Kreis fiel für etwa fünf Stunden der Strom aus.
Aufgrund von Unwetterschäden kam es am Mittwochmorgen noch zu Einschränkungen im Regionalverkehr. Auf der Strecke zwischen Nassau (Lahn) und Limburg (Lahn) etwa gibt es Ersatzverkehr mit Bussen.
In Nordrhein-Westfalen hatte Starkregen am Nachmittag die Autobahn A2 so stark überflutet, dass Autos fast zur Hälfte im Wasser versanken. Das Wasser sorgte im Münsterland in Richtung Hannover für eine stundenlange Sperrung. Solch eine Überflutung der Fahrbahn habe er noch nicht erlebt, sagte ein Polizeisprecher. Das Wasser habe den stecken gebliebenen Pkw fast bis zu den Scheiben gestanden. In der Folge kam es zu einem acht Kilometer langen Stau. Unwetter sorgten auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens vereinzelt für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. Betroffen waren Orte in Ostwestfalen-Lippe, im Münsterland und im Ruhrgebiet. In Neunkirchen-Altenseelbach bei Siegen führte vermutlich ein Blitzeinschlag zu einem Dachstuhlbrand, es entstand ein Sachschaden von 200.000 Euro.
Neben Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen waren auch in Hessen, Thüringen und Bayern die Feuerwehren in der Nacht unwetterbedingt im Einsatz. Zahlreiche Keller waren überflutet worden, Bäume umstürzt oder Geröll versperrte Fahrbahnen. Blitzeinschläge sorgten für weitere Schäden. Die Polizei meldete wetterbedingte Verkehrsunfälle mit Leicht- und Schwerverletzten. Auch der Zugverkehr war stellenweise betroffen. Dieser Mittwoch und die Nacht zum Donnerstag versprachen ähnlich zu werden: Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit Gewittern, Starkregen und Hagel in Süddeutschland - von Südbaden bis ins Alpenvorland.
