Panorama

Plus an EinnahmenHaie sorgen in US-Badeort für Furcht bei Touristen, aber nicht bei allen

07.09.2026, 19:01 Uhr
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Warntafeln schmücken die Zugänge zum Strand in Cape Cod. (Foto: John Tlumacki/The Boston Globe via Getty Images)

Im Nordwesten der USA profitiert ein Ort jahrelang vom Tourismus. Als Hunderte Haie auftauchen, ändert sich das, weniger Gäste kommen in die Stadt. Doch die, die jetzt kommen, geben gern viel Geld aus.

Direkt hinter den Dünen am Strand von Cape Cod stehen Notfallsets mit Blutstillern und anderen Utensilien, um Wunden zu versorgen. Immer wieder sieht man an den Zugängen große Warntafeln: Hier treiben Haie ihr Unwesen. Deren Population an dem Strandabschnitt im nordöstlichen US-Bundesstaat Massachusetts hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Ganz so viele Touristinnen und Touristen wie einst zieht es deshalb nicht mehr in den eigentlich recht beliebten Badeort.

Dennoch gingen die touristischen Einnahmen in der Stadt deutlich in die Höhe, berichtet die "New York Times": 2019 wurden der Handelskammer in Cape Cod zufolge rund zwei Milliarden US-Dollar von Gästen umgesetzt. Zuletzt waren es trotz des vom National Park Service festgestellten, jedoch nicht bezifferbaren Rückgangs an Besuchern 2,8 Milliarden. Möglich machen das vor allem die Haie.

Einer Studie zufolge soll sich vor Cape Cod eines der größten Haivorkommen weltweit befinden. Zwischen 2015 und 2018 fanden Forschende um Megan Winton rund 800 einzelne Weiße Haie in dem Gebiet. Ihre Studie veröffentlichte Winton in den Marine Ecology Progress Series. "Cape Cod ist das einzige Gebiet in der Region, in dem Forscher die Population praktikabel überwachen können. Unsere Schätzungen deuten darauf hin, dass Cape Cod zu den größten Hotspots für Weiße Haie weltweit gehört, was aus Naturschutzsicht eine gute Nachricht ist", sagte sie.

"Absolut einzigartig"

Jetzt schlägt die Region Profit daraus. Private Bootstouren zu den Haien, die über ein Webportal verfolgt werden können, werden für 2500 Dollar angeboten. Öffentliche Fahrten gibt es dem Zeitungsbericht zufolge für 500 Dollar. Bei den rund 2,5-stündigen Fahrten sind Lotsen anwesend, die die beste Route zu den Tieren finden. Die Ausflüge sind dabei keine reinen Sightseeing-Touren. Teilnehmer der Ausfahrten können und sollen selbst Sichtungen der Weißen Haie melden, mit einem Hydrophon markierte Haie orten und weitere Beobachtungen aufzeichnen, die zur laufenden Forschung beitragen.

Es sei "absolut einzigartig", dass man die wilden Meereslebewesen mit solch kurzen Bootsfahrten sehen könne, sagt Hannah Leary, Ökotourismus-Koordinatorin der Atlantic White Shark Conservancy, der "New York Times". "Wir können einfach aus der Bucht hinausfahren und sie sind alle direkt da."

Und es gibt einen weiteren Wirtschaftsfaktor: Die Nachfrage nach Pools für Privatgärten sei "sprunghaft angestiegen", meldet die Zeitung unter Berufung auf einen örtlichen Unternehmer, der solche Schwimmbecken verkauft.

Bei all der Hai-Euphorie hat der National Park Service jedoch auch eine Warnung für die Interessierten: Dass die Tiere so nah an das Ufer kommen, geschehe nicht nur im Sommer. Auch im Herbst, wenn keine Rettungsschwimmer mehr an den Stränden sind, zeigen sich die Wildtiere. Badegäste sollten vorsichtig sein und Robben sowie Fischschwärme meiden.

Quelle: ntv.de, mpa

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