Panorama

Urteil des Obersten US-Gerichts Halb Oklahoma wird zu Ureinwohner-Gebiet

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Die indigene Nation der Creek erhält einen Teil des US-Bundesstaats Oklahoma offiziell zurück.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die Karte des US-Bundesstaats Oklahoma muss neu gezeichnet werden: Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten spricht knapp die Hälfte des Territoriums den Ureinwohnern zu. Grundlage für das Urteil ist ein 187 Jahre alter Vertrag. Etwa 1,8 Millionen Menschen stehen nun große Veränderungen bevor.

Etwa die Hälfte des Bundesstaates Oklahoma ist einem Urteil des Obersten US-Gerichts zufolge ein Indianer-Reservat. Der Kongress habe der Nation der Creek in einem Vertrag von 1833 das Land zugesprochen, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil. Ein weiterer Vertrag von 1856 habe zudem zugesichert, dass kein Teil dieses Landes jemals an einen Bundesstaat abgetreten werde.

"Der Kongress hat seitdem mehr als nur ein paar Versprechen an den Stamm gebrochen", hieß es. "Trotzdem besteht das Creek-Reservat bis heute." Betroffen von der Entscheidung sind etwa 1,8 Millionen Menschen, darunter die etwa 400.000 Bewohner der Stadt Tulsa. Das Urteil hat Folgen für die Steuerpflichten und das Strafrecht.

Die mehr als 570 Indianer-Nationen in den USA unterhalten direkte Beziehungen zum Bund und sind nicht den Bundesstaaten unterstellt. Damit können Stammesmitglieder, die Verbrechen in den Reservaten begehen, nur von eigenen oder Bundesgerichten abgeurteilt werden. Zudem sind die Mitglieder der Tribal Nations etwa von Steuern der einzelnen Bundesstaaten befreit.

Schlappe für Trump-Administration

Die Regierung von Oklahoma und die Bundesregierung von Präsident Donald Trump hatten argumentiert, dass die Creek nie ein Reservat erhalten hätten. Sollte dies doch der Fall gewesen sein, habe der Kongress diesen Status faktisch etwa zu der Zeit aufgehoben, als Oklahoma 1907 zu einem Bundesstaat wurde. Zwar sei in den ursprünglichen Verträgen das Wort "Reservat" noch nicht verwendet worden, schrieben die Richter. Ähnliche Fälle ließen jedoch "keinen Platz für Zweifel" an diesem Status.

Auch die Nationen der Cherokee, Chickasaw, Choctaw und Seminole in Oklahoma könnten von dem Urteil berührt werden. Dessen Ausgangspunkt war der Fall eines Mannes, der 1997 wegen der Vergewaltigung einer Vierjährigen und anderer Verbrechen zu insgesamt 1000 Jahren Haft verurteilt worden war. Der heute 71-Jährige gehört den Seminole an. Das Verbrechen ereignete sich auf einem Gebiet, das historisch von den Creek beansprucht wird. Mit dem neuen Urteil dürfte der Schuldspruch gegen den Vergewaltiger ungültig sein. Er muss sich jedoch möglicherweise einer neuen Anklage vor einem Bundesgericht stellen.

Quelle: ntv.de, cri/rts