Mindestgebot nicht erreichtHandtasche aus Saurier-Leder findet keinen Abnehmer

Sie ist schlicht, dunkel und aus einem Material gefertigt, das es so eigentlich gar nicht gibt: In Paris kommt eine Handtasche aus rekonstruierter Dinosaurierhaut unter den Hammer. Das Interesse lässt allerdings zu wünschen übrig.
Eine angebliche Saurier-Handtasche, die für einen Mindestpreis von 300.000 Euro hätte versteigert werden sollen, hat am Ende keinen neuen Besitzer gefunden. Das höchste Gebot habe bei lediglich 150.000 Euro gelegen, daher sei die Versteigerung abgesagt worden, teilte das Auktionshaus Drouot in Paris mit. Der Organisator der Auktion hatte den Wert auf 300.000 bis 500.000 Euro geschätzt.
Die schlichte schwarz-grünliche Tasche war im Frühjahr bereits in Amsterdam präsentiert worden. Das Material dafür wurde laut Auktionshaus aus Kollagenresten von einem Oberschenkelknochen eines T-Rex-Sauriers hergestellt. Der Knochen war vor 25 Jahren im US-Bundesstaat Montana gefunden worden.
"In den vergangenen Jahren ist es gelungen, Techniken, Biotechnologien zu entwickeln, mit denen man eine Zellkultur dazu bringen kann, im Labor echte T-Rex-Haut zu entwickeln'", sagte der an der Auktion beteiligte Paläontologe Iacopo Briano. Daher gebe es nun eine Tasche aus der Haut eines vor 67 Millionen Jahren ausgestorbenen Tieres.
Die US-Paläontologin Mary Schweitzer bestritt jedoch, dass es sich um T-Rex-Leder handele. Kollagen sei ein generisches Molekül, das bei vielen Tieren vorkomme. Das Auktionshaus Drouot pries die Tasche als "beispielloses Luxusobjekt" an. Zudem eröffne das zugrundeliegende wissenschaftliche Verfahren die Möglichkeit, Ledertaschen herzustellen, ohne dafür Tiere töten zu müssen.