Panorama

Innenminister bestätigt Fehler Heilpraktiker wegen Kinderpornos in Haft

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Die Polizei hat eine Sonderkommission mit 80 Mitarbeitern gegründet, um den Fall aufzuklären.

(Foto: picture alliance/dpa)

Er behandelt Kinder und soll dabei pornografische Bilder von ihnen gemacht haben. Inzwischen sitzt der 60-Jährige in Haft. Noch ist unklar, wie viele Kinder Opfer des Mannes wurden. NRW-Innenminister bestätigt, dass die Polizei zu spät auf Hinweise reagiert hat.

Ein Physiotherapeut und Heilpraktiker aus dem westfälischen Bad Oeynhausen soll in seiner Praxis bei Behandlungen mehrfach pornografische Fotos von zwei Kindern gemacht haben. Ihm wird außerdem sexueller Missbrauch vorgeworfen. Die beiden seien jünger als 14 Jahre alt, teilte die Polizei mit. Der 60-Jährige soll außerdem zahlreiche kinder- und jugendpornografische Bilder besessen haben.

Wegen Wiederholungsgefahr befinde sich der Mann seit einer Woche in Untersuchungshaft, teilte die Polizei Dortmund mit. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen den Therapeuten wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern und des Besitzes von Kinderpornografie.

Die Ermittler wollen jetzt herausfinden, ob es noch weitere Taten gab. Die Polizei hat mobile Anlaufstellen in Bad Oeynhausen und im benachbarten Minden eingerichtet und nimmt dort Hinweise entgegen.

Ermittler vermuten viele Opfer

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat es erste Hinweise schon 2017 gegeben. Die Kripo soll mehrere Durchsuchungsbeschlüsse nicht umgesetzt haben. Zu diesen Vorwürfen äußerte sich jetzt der Innenminister Nordrhein-Westfalens, Herbert Reul. Er räumte Fehler der Polizei ein. Der Fall  hätte "höher priorisiert" werden müssen, da der Verdächtige als Kinder- und Jugendtherapeut "freien Zugang zu Kindern und Jugendlichen" gehabt habe.

Reul bestätigt, dass der Fall seit November 2017 bei der Kripo Minden-Lübbecke bekannt ist. Bisher gebe es eine "mittlere einstellige Zahl von Opfern". Es sei "aber nicht auszuschließen, dass es noch weitere Opfer gibt, möglicherweise sogar viele", so der Minister. Mit dem Fall seien jetzt 80 Ermittler beschäftigt.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa