Panorama

Ex-Unterwelt-König von Amsterdam Heineken-Entführer für Morde verurteilt

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Erstmals wird der langjährige Kriminelle auch wegen Mordes verurteilt.

(Foto: dpa)

Er gilt als der berüchtigste Verbrecher der Niederlande: Willem Holleeder. In den 80er Jahren entführt er einen Bier-Magnaten und muss deshalb jahrelang in Haft. Vom millionenschweren Lösegeld taucht nur ein kleiner Teil auf. Nun muss er wieder ins Gefängnis. Dafür sorgt ausgerechnet die eigene Familie.

Der berüchtigtste Verbrecher der Niederlande, der Heineken-Entführer Willem Holleeder, ist zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Strafgericht in Amsterdam sah seine Schuld für fünf Auftragsmorde und einen Fall von Totschlag in den Jahren von 2002 bis 2006 als erwiesen an. Der inzwischen 61-Jährige hatte dem Urteil zufolge aus Machtgier und finanziellem Interesse gehandelt. Der wegen seines großen Riechorgans "Die Nase" genannte Mann galt mehr als 30 Jahre lang als Kopf der Amsterdamer Unterwelt.

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Holleeder ist seit mehr als 35 Jahren eine herrschende Figur des organisierten Verbrechens in den Niederlanden. Alle Opfer waren ebenfalls Kriminelle. Unter ihnen ist auch Holleeders früherer Kumpan Cor van Hout, mit dem er 1983 den Biermagnaten Freddy Heineken entführt hatte. Die Familie Heineken zahlte damals umgerechnet 16 Millionen Euro. Von Holleeders Anteil konnte nur ein kleiner Teil sichergestellt werden. Für diese Tat bekam er damals elf Jahre Haft. In dem spektakulären Prozess hatte er zwar stets seine Unschuld beteuert. Doch dem folgten die Richter nicht. 

Als Kronzeugen im jetzt zu Ende gegangenen Prozess waren unter anderem die beiden Schwestern des Amsterdamers aufgetreten. Sie hatten jahrelang Gespräche mit ihm heimlich abgehört und die Bänder der Staatsanwaltschaft übergeben. Astrid Holleeder hatte darüber einen internationalen Bestseller geschrieben, der auch verfilmt wurde.

Niederländische Medien sprechen von Holleeder als dem bekanntesten Kriminellen des Landes. Er war in seiner gesamten Karriere bisher nie wegen Mordes verurteilt worden. Die Justiz hat alles unternommen, um zu einem Schuldspruch zu kommen. Der Prozess hatte mehr als 60 Verhandlungstage, es wurden etwa 300 Zeugen vernommen, die Akten sind eine halbe Million Seiten dick. Es wird erwartet, dass Holleeder das Urteil anficht.

Quelle: n-tv.de, sgu/sba/dpa

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