Panorama
Ein Obdachloser, der Verletzten nach dem Attentat von Manchester geholfen hatte, erhielt für seine Hilfsbereitschaft eine große Spendensumme.
Ein Obdachloser, der Verletzten nach dem Attentat von Manchester geholfen hatte, erhielt für seine Hilfsbereitschaft eine große Spendensumme.(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)
Mittwoch, 16. August 2017

Gefeierter Obdachloser ein Dieb?: "Held von Manchester" steht vor Gericht

In Medienberichten wird ein Obdachloser zunächst als Held gefeiert, nun muss er sich vor Gericht verantworten. Nach dem Attentat von Manchester eilte der Mann Verletzten zur Hilfe - jetzt wird er verdächtigt, Opfer auch bestohlen zu haben.

Ein Obdachloser, der von britischen Medien nach dem Manchester-Anschlag mit 22 Toten als Held gefeiert wurde, steht wegen Diebstahls vor Gericht. Er soll einer verletzten Frau nach dem Attentat den Geldbeutel und einem 14-jährigen Mädchen das Handy gestohlen haben.

Der 33-Jährige war Medienberichten zufolge nach der Explosion am 22. Mai den Verletzten zu Hilfe geeilt. Eine Frau sei in seinen Armen gestorben, erzählte er der britischen Nachrichtenagentur PA. Er erfuhr daraufhin eine Welle der Solidarität. Umgerechnet knapp 58.000 Euro (52.500 Britische Pfund) an Spenden gingen auf einer Fundraising-Webseite für ihn ein. Bei einer ersten Anhörung vor Gericht in Manchester plädierte der Mann auf unschuldig.

Die Angehörigen der Todesopfer des Anschlags sollen unterdessen umgerechnet rund 275.000 Euro an Spendengeldern pro Familie erhalten. Das teilte die Organisation "We Love Manchester" mit, die nach eigenen Angaben umgerechnet knapp 20 Millionen Euro für die Opfer des Anschlags eingesammelt hat.

Salman Abedi, ein Brite libyscher Herkunft, hatte am 22. Mai nach einem Pop-Konzert der US-Sängerin Ariana Grande mit einer Bombe 22 Menschen getötet. Die Manchester-Arena, wo das Attentat stattfand, soll am 9. September mit einem Benefizkonzert wiedereröffnet werden. Dabei soll unter anderen Noel Gallagher auftreten.

Quelle: n-tv.de