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Zyklon "Idai" in Mosambik Helfer befürchten Tausende weitere Opfer

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Dem Wirbelsturm folgten Sturmfluten und massive Überschwemmungen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Er gilt als der stärkste Sturm der vergangenen zehn Jahre in der Region. Noch immer warten Tausende Menschen in Ostafrika auf Rettung nach Zyklon "Idai". Die Wassermassen steigen unterdessen weiter an. Helfer vermuten unter einem gigantischen See viele weitere Todesopfer.

Nach dem tropischen Wirbelsturm "Idai" sind Helfer besorgt, dass womöglich Tausende weitere Menschen in Mosambik den Überschwemmungen zum Opfer gefallen sind. In der Region Buzi nahe der schwer betroffenen Stadt Beira habe sich ein 125 Kilometer langer und elf Meter tiefer See gebildet, sagte der Nothilfekoordinator des Welternährungsprogramms (WFP) in Mosambik. In dem Gebiet lebten demnach zuvor Hunderttausende Menschen. "Entweder sie konnten fliehen oder es gibt dort eine sehr hohe Opferzahl."

Derzeit seien Helfer aber vor allem mit Rettungen beschäftigt. Es handele sich um ein "Rennen gegen die Zeit. Jede Minute zählt", warnte der Umweltminister Celso Correia. In den Überschwemmungsgebieten in Mosambik sitzen nach Regierungsangaben noch mindestens 15.000 Menschen fest, die dringend in Sicherheit gebracht werden müssen.

Kinder in großer Gefahr

Nach Darstellung der Hilfsorganisation SOS-Kinderdorf sind rund 260.000 Kinder in einer lebensbedrohlichen Situation. "In ihrer Not trinken sie verunreinigtes Wasser", sagte die Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf Österreich, Elisabeth Hauser, in Wien.

Ein Einsatzteam der Organisation hatte am Mittwoch die fast völlig zerstörte Hafenstadt Beira erreicht. Es sei nur eine Frage von Tagen bis Krankheiten ausbrächen, denn die sanitäre Infrastruktur sei komplett zerstört, so der örtliche SOS-Kinderdorf-Einsatzleiter. "Kinder, deren Eltern getötet wurden oder die im Chaos der Katastrophe von ihren Eltern getrennt wurden, sind jetzt völlig auf sich alleine gestellt." Am dringendsten benötigt wird medizinische und psychologische Hilfe für die Kinder, Zelte, Nahrung und sauberes Wasser sowie Material für den Wiederaufbau zerstörter Häuser.

Der Zyklon mit der Stärke vier von fünf war in der Nacht zum Freitag mit Windböen von bis zu 160 Kilometern pro Stunde vom Indischen Ozean bei Beira auf Land getroffen. Es folgten Sturmfluten und massive Überschwemmungen. Im Hinterland von Beira steigen die Pegelstände der Flüsse wegen anhaltenden Regens weiter an. UN-Angaben zufolge sollen in dem Gebiet Tausende Menschen auf Hausdächern und in Baumkronen ausharren.

Der Katastrophenschutzbehörde zufolge sind bislang mindestens 200 Menschen ums Leben gekommen, die Regierung hatte aber gewarnt, es könne mindestens 1000 Todesopfer geben. Helfer rechnen mit bis zu 400.000 zeitweise obdachlosen Menschen. Da weite Teile des Landes im Südosten von Afrika - eins der ärmsten Länder der Welt - überschwemmt und von der Außenwelt abgeschnitten sind, ist das ganze Ausmaß der Katastrophe aber noch nicht absehbar.

Quelle: n-tv.de, vck/dpa/AFP

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