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Wetterwoche im Schnellcheck Höchste Lawinengefahr und Winter im Flachland

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Es bläst ein stürmischer Wind, der in den Gipfellagen Böen um die 100 km/h erreicht.

(Foto: picture alliance / Angelika Warm)

Obwohl sich die Sonne in den Alpen ab und an durchsetzen kann, sorgt Sturmtief "Florenz" in der kommenden Woche weiterhin für eine gefährliche Lage. Auch im Flachland könnte es laut n-tv Meteorologe Björn Alexander winterlich werden. Schnee ist dabei nicht auszuschließen.

Zum Wochenbeginn setzt die Lawinen- und Schneesituation zum vorläufigen Höhepunkt an. Denn Sturmtief "Florenz" über Skandinavien sorgt bei uns für eine facettenreiche und mitunter leider auch ziemlich gefährliche Lage. Zunächst einmal mit einem Schwall milder Luft, die auch in den Alpen bis um die 1000 Meter für Regen sorgt. Damit erhöht sich die Last auf den Hausdächern bis um das Dreifache. Das Wasser wird nämlich vom trockenen Pulverschnee wie bei einem Schwamm aufgenommen. Und ebenso wie bei einem Schwamm erhöht sich natürlich auch das Gewicht.

Ein weiterer Effekt des starken Regens in Kombination mit dem kurzzeitigen Tauwetter in den Mittelgebirgen: An den Oberläufen von Main, Donau oder am Neckar sowie an kleineren Flüssen drohen Überflutungen. Für ein großes Hochwasser fehlen aber nach wie vor die Zuflüsse aus den Alpen, weil dort die enormen Schneemassen den Regen, wie gesagt, aufsaugen werden.

Außerdem folgt bereits in der Nacht zum Montag auf der Rückseite von "Florenz" kalte Polarluft zu uns, so dass die Schneefallgrenze von über 1000 Meter bis zum Montagmorgen bis auf 500 Meter sinkt und es dabei streckenweise wieder sehr intensiv schneien wird. Bis zum Dienstag sind in den Staulagen der Nordalpen wieder 1 bis 1,50 Meter Neuschnee möglich. In exponierten Lagen sind sogar Mengen bis 2 Meter nicht auszuschließen.

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n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Und ähnlich wie zuletzt bläst ein stürmischer Wind, der in den Gipfellagen Böen um die 100km/h erreicht und dementsprechend zu massiven und meterhohen Schneeverwehungen führt. Eine unheilige Mischung, die die Lawinengefahr spätestens am Montag ansteigen lässt. Recht verbreitet droht dann sogar die höchste Lawinengefahrstufe 5. Eine Entspannung der Lage zeichnet sich derzeit am Dienstag, spätestens am Mittwoch, ab.

Das ist aber keinesfalls das Ende des Winters. Ganz im Gegenteil. Denn zum nächsten Wochenende könnte auch das Flachland mal winterlicher werden. Selbst Schnee ist dabei nicht auszuschließen. Hier die Details.

Nacht zu Montag

Der Regen geht von Norden her bis in tiefe Lagen oft in Schnee und Schneeregen über und an den Alpen sinkt die Schneefallgrenze bis auf 500 Meter. Hier schneit es sehr kräftig. Derweil fällt entlang des Rheins durchweg Regen. Der Nordwestwind weht besonders in der Nordosthälfte und im Süden stürmisch mit teils noch schweren Sturmböen und im Bergland müssen Sie außerdem mit Schneeverwehungen rechnen. Bei längerem Aufklaren erreichen die Tiefstwerte minus 2 Grad, während es am Oberrhein bei plus 5 Grad milder bleibt.

Montag

Im Norden und Osten kommt oft die Sonne raus und Schauer sind eher selten. Sonst sind Schneeregen- und Schneeschauer unterwegs. In den Staulagen der Mittelgebirge, beispielsweise in Sauerland, Harz, Schwarzwald, Bayerischer Wald oder Erzgebirge, wird es wieder winterlich. Auf der Alpennordseite sind insgesamt nochmals ein bis zwei Meter Neuschnee drin und die Lawinengefahr steigt wahrscheinlich verbreitet auf die höchste Stufe 5 an! Der teils stürmische Wind sorgt zusätzlich für Schneeverwehungen und das massive Tauwetter kann sich an kleineren Flüssen und Bächen als 'Mini-Hochwasser' bemerkbar machen. Dabei bringen es die Temperaturen auf minus 1 Grad im Erzgebirge und plus 7 Grad am Oberrhein.

Dienstag

Der Norden bekommt noch etwas Regen und der Osten leichten Schneeregen ab. Im Westen und Süden setzt sich dagegen trockenes Wetter durch. Letzter Schnee fällt im Bayerischen Wald sowie in Österreich. Dementsprechend kann sich die Situation in den Krisenregionen allmählich entspannen. Die Temperaturen: 0 Grad an den Alpen und 8 Grad an der Nordsee.

Mittwoch

Im Süden setzt sich abseits von Nebelfeldern die Sonne durch und sorgt in den Alpen für eine weitere Beruhigung. Jedoch ist es auch eine trügerische Lage. Denn das schöne Wetter vermittelt oft den Eindruck, dass es auf einmal auch abseits von freigegebenen Pisten und Wegen sicher sein könnte. Das ist es aber natürlich nicht. Selbst die Lawinengefahrstufe 3 wird immer noch mit "erheblich" beschrieben. Unterdessen bringt der Tag im Norden unseres Landes viele Wolken. Dort bei bis zu 8 Grad, während im Dauernebel im Süden maximal 0 Grad drin sind.

Donnerstag

Ein wechselhafter Tag, der häufig mit Wolken und Schauern einhergeht und darüber hinaus noch einmal recht milde Werte bringt: 2 Grad im Bereich der Alpen sowie im Erzgebirge und bis zu 8 Grad am Oberrhein.

Freitag und am Wochenende

Die Temperaturen gehen schrittweise zurück und somit werden es tagsüber oftmals nicht mehr als minus 3 bis plus 4 Grad. Irgendwie unentschlossen sind die Signale der Computerberechnungen in Sachen Niederschlag. Aber wenn was fallen sollte, dann dürfte es wohl mehrheitlich der festen Fraktion angehören. Also Schnee.

Quelle: n-tv.de

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