Panorama

Streit um "schwarze Gehilfen" Hollands Nikolaus muss ins Homeoffice

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Kritiker sehen in den schwarzgeschminkten Sinterklaas-Gehilfen in Pagenkostümen ein Symbol der Sklavenzeit.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Statt vor großem Publikum live aufzutreten, muss Hollands Nikolaus ins Homeoffice- seine Ankunft wird dieses Jahr erstmals im Fernsehen übertragen. Doch nicht alle Holländer freuen sich über ihn. Denn "Sintas" schwarze Gehilfen, die "Zwarten Pieten" lösen schon länger eine Rassismus-Debatte aus.

Einreise trotz Corona: Auch in diesem Jahr hat es der Nikolaus wieder bis in die Niederlande geschafft. Die Ankunft des Sinterklaas, wie der Heilige Mann mit dem weißen Rauschebart und dem roten Bischofsmantel dort genannt wird, wurde live im Fernsehen übertragen - von einem fiktiven Ort aus und ohne das sonst übliche öffentliche Freudenfest zu seiner Begrüßung.

Der Legende zufolge reitet Sinterklaas nach seiner Ankunft mit dem Dampfschiff aus Spanien auf einem Schimmel über die Dächer und kommt mit seinen Helfern durch den Schornstein, um Kindern Geschenke zu bringen. In diesem Jahr wird daraus eher eine Tätigkeit im Homeoffice.

Sitz des Sinterklaas ist diesmal das Palais Soestdijk - ein Schloss in der Gemeinde Baarn, das einst dem niederländischen Königshaus gehörte, wie der Sender NOS berichtete. Allerdings seien bis zur Bescherung am 5. Dezember einige lokale Sinterklaas-Veranstaltungen unter Einhaltung der Corona-Schutzvorschriften geplant.

Die Ankunft des Heiligen war einmal mehr mit einem Streit um dessen schwarze Gehilfen - die "Zwarten Pieten" - verbunden. Die Aktionsgruppe "Kick Out Zwarte Piet" (KOZP) rief zu "coronasicheren" Protesten auf. Kritiker sehen in den schwarzgeschminkten Sinterklaas-Gehilfen in Pagenkostümen ein Symbol der Sklavenzeit sowie der Diskriminierung schwarzer Menschen. "Zwarte Piet"-Befürworter sprechen hingegen von einem Angriff auf alte niederländische Traditionen.

Quelle: ntv.de, can/dpa