Auch Deutsche betroffenHunderte Touristen nach heftiger Sturzflut in Nepal vermisst
In Nepal werden bei Sturzfluten ganze Dörfer weggespült. Hunderte Menschen werden vermisst, darunter auch etliche Europäer. Bei vielen ist die Nationalität noch ungeklärt.
Nach der heftigen Sturzflut in der Gebirgsregion von Nepal werden nach Behördenangaben Hunderte Reisende vermisst. Insgesamt würden 384 Touristen, darunter mehr als 290 Ausländer etwa aus Deutschland, den USA und Spanien vermisst, sagte der leitende Beamte Santosh Panta von der nationalen Tourismusorganisation Nepal Tourism Board.
Die BBC berichtet, dass sich unter den Vermissten auch zwölf Briten, drei US-Amerikaner, ein Australier, ein Niederländer sowie Spanier befinden. Auch 105 Inder sowie acht Südkoreaner werden vermisst, hieß es von der Tourismusbehörde. Nach Angaben der Polizei kamen mindestens 95 Menschen bei den plötzlichen Sturzfluten ums Leben.
Bislang hat das Auswärtige Amt keine Kenntnis von deutschen Staatsangehörigen unter den Betroffenen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Kathmandu stünden mit den örtlichen Behörden "im engen Kontakt", hieß es. "Das gesamte Ausmaß der Sturzflut ist aktuell noch schwer abzuschätzen und die Lage in Nepal noch unübersichtlich", erklärte das Auswärtige Amt. Es sei "leider mit sehr vielen Todesopfern zu rechnen".
Die Bilder sehen verheerend aus: Ganze Dörfer wurden weggespült und Straßen, Brücken sowie Kraftwerke beschädigt, wie die Behörden weiter mitteilten. "Ich habe gesehen, wie die Fluten acht oder neun Lastwagen mit sich rissen, außerdem Häuser und Menschen", sagte der Lehrer Suman Chalise aus dem nepalesischen Bezirk Nuwakot. "Es war absolut entsetzlich. So eine Zerstörung habe ich noch nie gesehen." Die nepalesische Armee entsandte Hubschrauber und Rettungstrupps in die Katastrophenregion. Mehrere Fernstraßen waren blockiert.
Auch aus dem benachbarten Tibet wurden laut der Nachrichtenagentur Xinhua nach dem Abgang einer Schlammlawine an einem Grenzübergang zwischen China und Nepal zahlreiche Opfer und Vermisste gemeldet.
Der chinesische Staatschef Xi Jinping ordnete wegen des Ausmaßes der Katastrophe an, alle verfügbaren Kräfte und Mittel sollten für den Rettungseinsatz eingesetzt werden. Die "dringlichste Aufgabe" sei es nun, "alles Erdenklich zu tun, um die Vermissten zu suchen und zu retten, die Verletzten schnell zu behandeln und die Opferzahl so gering wie möglich zu halten".
