Panorama

Sturm der höchsten Stufe Hurrikan "Maria" trifft Insel Dominica

Vor gerade einmal zwei Wochen verwüstet Hurrikan "Irma" zahlreiche Karibikinseln und ganze Landstriche in den USA. Nun erreicht der nächste Sturm die Region. Auch "Maria" birgt eine riesige Zerstörungskraft - und erreicht nun die Insel Dominica.

Der Hurrikan "Maria" hat am späten Montagabend die Karibik-Insel Dominica erreicht. Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) in den USA hat den Wirbelsturm auf die Kategorie 5 hochgestuft und schätzt ihn als potenziell gefährlich ein. "Maria" erreiche Windgeschwindigkeiten von bis zu 257 Stundenkilometern. "Neben dem zerstörerischen Wind schiebt auch dieser Hurrikan enorme Wassermassen vor sich her", erklärt n-tv Wetterexperte Björn Alexander. "Die Sturmflut kann hierbei 2 bis 4 Meter über Normal erreichen."

Nach der derzeitigen Prognose dürfte "Maria" einen ähnlichen Kurs wie "Irma" einschlagen. Der Rekord-Hurrikan hatte vor rund zwei Wochen in der Karibik und im US-Bundesstaat Florida erhebliche Verwüstungen angerichtet. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Für Guadeloupe, Dominica, St. Kitts und Nevis, Montserrat, Martinique sowie die britischen und amerikanischen Jungferninseln wurde eine Hurrikan-Warnung ausgesprochen.

"Am meisten Regen dürfte es auf Puerto Rico geben", so Alexander weiter. "Hier sind stellenweise um die 600 bis 650 Liter pro Quadratmeter nicht auszuschließen. Auf den anderen Inseln drohen vereinzelt bis zu 500 Liter Regen pro Quadratmeter. Das entspricht in etwa dem Jahresniederschlag von Berlin oder Köln. Neben diesen Spitzen dürften verbreitet 150 bis 350 Liter pro Quadratmeter fallen. Im teils hügeligen Hinterland drohen neben Überschwemmungen somit auch Erdrutsche und Schlammlawinen."

Wirbelsturm trifft wohl Puerto Rico

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Auch für Guadeloupe gilt eine Hurrikan-Warnung: Die Menschen sollen sich in Sicherheit bringen.

(Foto: REUTERS)

Der dominicanische Premierminister Roosevelt Skerrit rief die Menschen in Risikogebieten auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Wartet nicht, bis die Flüsse über die Ufer treten. Sucht die Häuser von Freunden und Verwandten oder die Notunterkünfte auf", hieß es in einer Mitteilung des Regierungschefs. Die Bewohner der Karibikinsel sollten zudem ihre Häuser sichern und die Telefonnetze für wichtige Anrufe frei halten.

"Maria" dürfte Puerto Rico bereits Mittwochnacht erreichen. "Auch zu diesem Zeitpunkt wird 'Maria' ein extrem gefährlicher Major-Hurrikan, also mindestens Kategorie drei, sein", prognostizierte Alexander. Die USA und insbesondere Florida seien aber wahrscheinlich nicht betroffen. Die Menschen sollten sich auf den neuen Tropensturm vorbereiten, sagte Gouverneur Ricardo Rosselló. Nach dem Durchzug von "Irma" sind in Puerto Rico noch immer rund 65.000 Menschen ohne Strom.

Martinique verhängt Ausgangssperre

Die Präfektur der französischen Karibikinsel Martinique verhängte eine Ausgangssperre. In hochwassergefährdeten Bereichen müssten die Gemeinden ihre Bevölkerung in Sicherheit bringen, teilte die Präfektur am Montag (Ortszeit) mit. Es stünden 600 Feuerwehrleute, 200 Polizisten, 200 Gendarmen und 500 Soldaten für Kriseneinsätze bereit.

In Guadeloupe fiel am Montag die Schule aus, wie die örtliche Präfektur mitteilte. Die Menschen sollten entweder zu Hause bleiben oder eine sichere Unterkunft aufsuchen. Verwaltungen und Unternehmen wurden geschlossen.

Quelle: ntv.de, bdk/jug/AFP/dpa

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