Panorama

Feuer für Soja-Anbau Im Amazonasgebiet toben meiste Waldbrände seit 2012

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Ein Waldstück im Amazonasgebiet steht in Flammen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Amazonasgebiet wüten die schwersten Brände seit über zehn Jahren. Das liegt nicht nur an wärmeren Temperaturen. Zuvor abgeholzte Flächen werden mit Absicht in Brand gesetzt. Aus wirtschaftlichen Gründen.

Im brasilianischen Amazonasgebiet toben die schwersten Brände seit zwölf Jahren. Im September wurden in der Region 41.282 Feuer registriert, wie das für die Satellitenüberwachung zuständige Institut für Weltraumforschung (INPE) mitteilte. Mehr Brände in einem Monat hatte es zum letzten Mal im September 2012 gegeben.

Von Juni bis Oktober ist in Brasilien Waldbrandsaison. Meist werden zunächst die Bäume gefällt und die abgeholzten Flächen dann in Brand gesteckt, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Die Anbaufläche für Sojabohnen in Südamerika hat sich einer Analyse aus 2021 zufolge seit dem Jahr 2000 von 26.400 auf 55.100 Quadratkilometer verdoppelt.

Fast immer sei das mit der Zerstörung von Natur verbunden gewesen, berichten Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Sustainability". Die schnellste Ausweitung fand demnach im brasilianischen Amazonasgebiet statt, wo sich die Anbaufläche für Soja von 4000 auf 46.000 Quadratkilometer mehr als verzehnfacht hat.

Soja-Anbau für Tierfutter

Agrarprodukte wie Soja gehen nach Daten des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums zuallererst nach Asien und dort vor allem nach China, aber auch in die Europäische Union mit Ländern wie den Niederlanden, Spanien und Deutschland. Ungefähr 80 Prozent des aus anderen Regionen in die EU gebrachten Sojas wird nach Angaben der Umweltorganisation WWF für Tierfutter verwendet. Für die meisten der in Deutschland geschlachteten Tiere ist Soja demnach zentraler Bestandteil des Futters, dies gelte vor allem für Schweine und Geflügel.

Weil der Regenwald im Amazonasgebiet immense Mengen des Klimagases CO2 binden kann, hat er auch für das Weltklima große Bedeutung. Das Thema Umwelt- und Klimaschutz spielt auch bei der Präsidentenwahl am Sonntag eine Rolle. Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro sieht das Amazonasgebiet vor allem als wirtschaftliches Potenzial und will weitere Flächen für Landwirtschaft und Bergbau erschließen. Sein Gegenkandidat, Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, hat hingegen versprochen, den Umwelt- und Klimaschutz künftig zu stärken. In den Umfragen liegt Lula deutlich vorn.

Quelle: ntv.de, can/dpa

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