Panorama

Ein Drittel ist noch unsicher Impfskepsis in EU bedroht Herdenimmunität

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In Deutschland ist der Anteil der Impfskeptiker etwas geringer als im EU-Durchschnitt.

(Foto: imago images/Fotostand)

Eigentlich peilt die Europäische Union eine Herdenimmunität in diesem Jahr an. Doch dieses Ziel ist gefährdet. Denn viele EU-Bürger wollen sich bei den Corona-Impfungen offenbar zurückhalten. Bei der Entwicklung des geplanten Impf-Zertifikats gibt es derweil noch offene Fragen.

In der Europäischen Union ist die Skepsis gegen eine Corona-Impfung einer Umfrage zufolge nach wie vor verbreitet. 33 Prozent der EU-Bürger wollten sich weder so schnell wie möglich impfen lassen, noch in diesem Jahr, sagte der Vertreter der EU-Kommission in Österreich, Martin Selmayr, in Wien.

Damit drohe das Ziel einer Herdenimmunität in diesem Jahr verfehlt zu werden. In Deutschland sei der Anteil der Impfskeptiker etwas geringer als im EU-Durchschnitt, so Selmayr unter Berufung auf eine Umfrage unter 27.000 Bürgern, die im Auftrag der EU im Februar und März erhoben wurde. Für eine Herdenimmunität gilt Experten zufolge eine Impfquote von 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung als Maßstab, möglicherweise noch mehr.

Der EU-Spitzenbeamte warb für Verständnis, falls das EU-weit geplante Zertifikat für Mobilität und Zutritt zu Geschäften und Veranstaltungen nicht von Anfang an zu hundert Prozent funktionieren sollte. Auch Israel, das als Vorbild für den grünen Pass gilt, habe wochenlang mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. "Der grüne Pass hat in den ersten Wochen nicht auf dem iPhone funktioniert."

Wichtig sei, dass sich die 27 EU-Mitgliedsländer vor dem Start des Zertifikats in zwei zentralen Fragen einigten. So sei noch umstritten, ob jemand bereits drei Wochen nach dem ersten Stich oder erst nach voller Immunisierung als geimpft gelte. Außerdem müssten sich die Staaten noch einigen, ob ausschließlich von der Europäischen Arzneimittel-Agentur sowie der Weltgesundheitsorganisation zugelassene Impfstoffe gelten sollten oder auch chinesische Vakzine und das russische Präparat Sputnik V.

Jedenfalls sei das Zertifikat in den jeweiligen Staaten Grundlage für ein diskriminierungsfreies Bewegen. Geimpfte, genesene oder getestete Menschen müssten die gleichen Rechte haben - egal, ob Tourist oder Einheimischer.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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