Panorama

Nach gewaltiger Eruption Insel Mango sendet Notsignal im Pazifik

Das Pazifik-Archipel Tonga wird von einer gewaltigen Vulkaneruption offenbar schwer getroffen. Das Naturereignis beschädigt die Kommunikationsinfrastruktur schwer, mindestens zwei Menschen sterben. Zu einzelnen Inseln gibt es keinen Kontakt, eine andere bittet um Rettung.

Auch Tage nach der gewaltigen Eruption des Untersee-Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai im Pazifik sind das Ausmaß der Schäden und die Zahl möglicher Opfer weiter unklar. Speziell zur Inselgruppe Ha'apai gebe es bisher keinen Kontakt, teilte das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit. Sorge gebe es nach dem von dem Vulkan ausgelösten Tsunami vor allem um die tiefliegenden Inseln Mango und Fonoi. Auf Mango seien alle Häuser zerstört worden, teilte das Büro von Premierminister Siaosi Sovaleni mit. Auf Fonoi seien zwei Häuser übrig geblieben. Die Inselbewohner würden von der Marine in Sicherheit gebracht.

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Diese Insel samt den Häusern darauf wurde mit Asche bedeckt.

(Foto: dpa)

"Die Kommunikation ist weiter das größte Problem, da Internet und internationale Telefonleitungen immer noch außer Betrieb sind", hieß es seitens der UN-Behörde. Satellitentelefone seien das einzige zuverlässige Instrument zur Kommunikation mit der Außenwelt, aber auch sie funktionierten nicht immer zuverlässig. "Insgesamt scheint es auch rund um die Hauptinsel Tongatapu erhebliche Schäden an der Infrastruktur zu geben."

"Besondere Herausforderung"

Viele Inseln sollen von einer Ascheschicht bedeckt sein. Nach Angaben der neuseeländischen Regierung wurden bislang drei Todesfälle bestätigt. Eines der Opfer ist eine Britin, die von einer Flutwelle erfasst wurde, die beiden anderen seien Bürger Tongas, heißt es vom Büro des Premierministers.

Neuseeland will noch im Laufe des Tages zwei Schiffe mit Hilfsgütern nach Tonga schicken. Ein formelles Hilfeersuchen aus Tonga stehe noch aus, aber die neuseeländische Regierung wolle die Schiffe HMNZS Wellington und HMNZS Aotearoa dennoch bereits entsenden, da diese drei Tage brauchten, um die betroffene Region zu erreichen, hieß es. "Die durch den Ausbruch verursachten Kommunikationsprobleme machen diese Katastrophenhilfe zu einer besonderen Herausforderung", teilte die neuseeländische Außenministerin Nanaia Mahuta mit. Eines der Schiffe soll vor allem dringend benötigtes Trinkwasser transportieren. "Wasser hat in dieser Phase für Tonga höchste Priorität und die HMNZS Aotearoa kann 250.000 Liter transportieren und 70.000 Liter pro Tag durch eine Entsalzungsanlage produzieren", sagte Verteidigungsminister Peeni Henare.

Neuer Ausbruch nicht ausgeschlossen

Der Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai hatte am Samstag eine gigantische Aschewolke kilometerweit in die Höhe geschleudert und Tsunami-Wellen entfacht, die selbst in Japan, Alaska und Südamerika noch an die Küsten schwappten. Der Vulkan liegt nur 65 Kilometer von Tongas Hauptstadt Nuku'alofa entfernt. Der unter der Wasseroberfläche liegende Feuerberg ist 1800 Meter hoch und 20 Kilometer breit. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass die Bewohner des Archipels einen erneuten Ausbruch des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai fürchten müssen.

"Ich glaube, dass er in den kommenden Tagen, Wochen oder Monaten erneut ausbrechen wird", zitierte der australische Sender ABC den Geochemiker Oliver Nebel von der renommierten Monash University in Melbourne. Gleichzeitig sei es aber schier unmöglich vorherzusagen, ob es einen weiteren Ausbruch der gleichen Intensität geben werde. Das Problem sei, dass die Magmakammer in der Erdkruste Dutzende Kilometer tief sein könne und niemand wisse, wie viel Magma sich noch in der Kammer befinde. "Das einzige, was wir sagen können, ist, dass der Vulkan jetzt ausgebrochen ist. Also ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass darunter noch viel mehr Magma ist", erklärte Nebel. Jedoch sei das keine Garantie: Es habe in der Vergangenheit schon mehrere schwere Ausbrüche eines Vulkans in Folge gegeben.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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