Panorama

RKI meldet 4325 Neuinfektionen Jede vierte Region ist Virus-Problemzone

Die Farben auf der Deutschland-Karte zeigen es an: Das Coronavirus breitet sich immer stärker aus. Jede vierte Region überschreitet mittlerweile die Obergrenze. Zudem melden die Behörden zu Wochenbeginn eine ungewöhnlich hohe Zahl an Neuinfektionen.

Den sechsten Tag in Folge verzeichnet Deutschland so viele Coronavirus-Problemzonen wie nie zuvor. Dem jüngsten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge (19. Oktober, 0 Uhr) überschreiten 108 Regionen die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Mit dem Zuwachs von 15 Regionen im Vergleich zum Vortag hat die Zahl der problematischen Gebiete erstmals seit Beginn der Pandemie die 100er-Marke überschritten.

Damit gilt jede vierte Region unter den 400 Städten und Landkreisen sowie den vom RKI separat ausgewiesenen zwölf Berliner Bezirken als Corona-Hotspot. Aktuell am stärksten betroffen ist der bayerische Landkreis Berchtesgadener Land mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 252,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

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Unter den betroffenen Regionen befinden sich auch acht Berliner Bezirke, wobei Neukölln die bundesweit zweithöchste Sieben-Tage-Inzidenz von 193,1 aufweist. Die Hauptstadt selbst hatte gestern Abend eine Gesamt-Sieben-Tage-Inzidenz von 86,9 angegeben. Die Zahl der schwer getroffenen Virus-Brennpunkte in Deutschland könnte in den kommenden Tagen noch steigen: Mit einem Wert über 40 liegen nun 51 Regionen nahe der kritischen Marke, allen voran der Landkreis Saarlouis mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 49,4.

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Die Auswertung der aktuellen Fallzahlen auf Kreisebene zeigt, dass sich das Coronavirus weiter im Land ausbreitet. Die Anzahl der Regionen, die bei der Sieben-Tage-Inzidenz die erste Warnschwelle von 35 Neuinfektionen aus den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner überschreiten, ist im Vergleich zum Vortag um eine auf 81 gestiegen. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von null weist bundesweit nur die thüringische Stadt Weimar auf.

RKI meldet mehr als 4300 Corona-Neuinfektionen

Im Lauf des Sonntags waren nach Angaben des RKI innerhalb eines Tages mehr als 4325 neue Corona-Infektionsfälle gemeldet worden. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln und insgesamt deutlich weniger Menschen zum Arzt gehen. Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Mit den einlaufenden Nachmeldungen ist zu Wochenbeginn wieder ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen zu erwarten. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366.299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9789. Das waren zwölf mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 294.800 Genesene.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschrieben Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

R-Wert steigt wieder an

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist dem RKI zufolge wieder gestiegen. Laut Lagebericht vom Sonntag lag sie bei 1,44 (Vortag: 1,40). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 14 bis 15 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,35 (Vortag: 1,37). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle: ntv.de, cri/dpa