Panorama

Auch Koks im Parlament? Johnson will hart gegen Drogen vorgehen

Allein in England sind etwa 300.000 Menschen von Crack oder Heroin abhängig. Konsumenten müssen laut dem britischen Premierminister Johnson nun mit schärferen Maßnahmen rechnen. Analysen in britischen Parlament zeigen unterdessen, dass vermutlich auch einige Politiker nicht ganz "clean" sind.

Mit einer breit angelegten Kampagne und härteren Strafen will die britische Regierung den Kampf gegen Drogen verstärken. Dabei werden auch die Konsumenten ins Visier genommen. Möglich seien etwa der Entzug des Passes oder des Führerscheins sowie nächtliche Ausgangssperren und Reiseverbote wie bei Hooligans, kündigte Premierminister Boris Johnson in der Zeitung "Sun" an. Zu den Maßnahmen gehört, künftig bei Festnahmen direkt Drogentests zu machen und Drogennutzer sofort in den Entzug zu schicken, wie die Regierung ankündigte.

249726125.jpg

Drogen erspüren will erlernt sein - das geht auch spielerisch, wie der britische Premier Johnson hier beobachten kann.

(Foto: picture alliance / empics)

Nach Angaben des britischen Innenministeriums gibt es im größten Landesteil England etwa 300.000 Menschen, die abhängig von Heroin oder Crack sind. Diese seien für die Hälfte der Beschaffungskriminalität verantwortlich. Drogen seien zudem der Grund für etwa die Hälfte der Tötungsdelikte. Die Kosten für die Gesellschaft wurden auf fast 20 Milliarden Pfund (23,4 Milliarden Euro) im Jahr beziffert. "Drogen sind eine Geißel unserer Gesellschaft und schüren die Gewalt auf unseren Straßen, die Gemeinden landesweit ertragen müssen", sagte Johnson.

Ein Drogenproblem gibt es offenbar auch im britischen Parlament, wie die Zeitung "Sunday Times" berichtete. In elf der zwölf Toilettenräume seien Spuren von Kokain entdeckt worden. Es handle sich um Örtlichkeiten, die nur von Berechtigten mit Parlamentspässen genutzt werden könnten. Die Zeitung schrieb unter Berufung auf mehrere Quellen, dass Parlamentarier und Mitarbeiter offen Drogen konsumierten. Parlamentspräsident Lindsay Hoyle nannte den Bericht besorgniserregend. Er werde die Polizei um Ermittlungen bitten, sagte Hoyle der BBC. Auch der Einsatz von Spürhunden ist denkbar.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.