Panorama

Hinweise auf brutales VorgehenJugendlicher in Dormagen wurde mit Stichen getötet

03.02.2026, 19:31 Uhr
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Der getötete Junge wirkte auf seine Mutter vor seinem Verschwinden hektisch. (Foto: picture alliance/dpa/Vincent Kempf)

Ein Spaziergänger findet an einem See die Leiche des 14-jährigen Yosef. Seine Mutter glaubt, dem Jungen sei eine Falle gestellt worden. Nun scheinen sich ihre schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen, Ermittler sollen von einer regelrechten "Hinrichtung" sprechen.

Nach dem Tod eines 14-jährigen Jugendlichen in Dormagen südlich von Düsseldorf hat sich der Verdacht eines Tötungsverbrechens bestätigt. Die Obduktion des Jungen habe ergeben, dass dieser an Stich- und Schnittverletzungen starb, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, weist die Obduktion auf ein besonders brutales Vorgehen des Täters hin. Die Ermittler sollen von einer regelrechten "Hinrichtung" gesprochen haben.

Der 14-jährige Yosef hatte demnach auch Abwehrverletzungen an einer Hand, scheint sich also noch gegen einen Angriff gewehrt zu haben. Die Mordkommission "Waldsee" ermittelt bereits seit mehreren Tagen. Für Hinweise auf den oder die Täter sind 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Ein Spaziergänger hatte die Leiche des Jungen aus Eritrea am vergangenen Mittwoch an einem See am Rand der nordrhein-westfälischen Stadt gefunden. Ein Notarzt konnte nur noch dessen Tod feststellen. Der Körper wies Verletzungen auf, die auf ein Kapitalverbrechen hindeuten, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Die Mutter erzählte der "Bild"-Zeitung, ihr Sohn habe vor seinem Tod hektisch auf seinem Handy getippt und dann die Flüchtlingsunterkunft, in der die beiden lebten, fluchtartig verlassen. Warum er an dem See gewesen sei, wusste sie nicht. Ihr habe der Junge gesagt, er habe ein Treffen mit seinem Schützenverein. Doch einen solchen Termin gab es nicht. Die Mutter glaube deshalb an eine Falle, berichtete das Blatt. Von Yosefs Handy fehlt demnach jede Spur.

Yosef war in Stadtgesellschaft integriert

Am Wochenende hatten nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen an einem Trauerzug für den getöteten Jugendlichen teilgenommen. Die Stadt Dormagen hatte sich zutiefst bestürzt gezeigt. Der 14-Jährige habe seit dem Jahr 2018 in Dormagen in einer städtischen Unterkunft gelebt. Er habe eine städtische Schule besucht und sei voll in die Stadtgesellschaft integriert gewesen.

Auch der Fußballverein des Jugendlichen hatte seine Trauer ausgedrückt: "Yosef war ein äußerst beliebter Junge, der nicht nur im Verein, sondern auch in der ganzen Dorfgemeinschaft hochgeschätzt wurde. Sein strahlendes Lächeln und sein außergewöhnlicher Teamgeist haben ihn zu einem wertvollen Mitglied in unserem Verein gemacht", hieß es auf der Homepage.

Der 14-Jährige war am Mittwochmittag zuletzt lebend gesehen worden. Gegen 17 Uhr hatte dann ein Spaziergänger seine Leiche entdeckt. Ermittler hatten bis in die Nacht hinein und am Folgetag akribisch Spuren am Fundort gesucht und gesichert. Für eine rassistische oder rechtsextreme Tat gebe es bislang keine Anhaltspunkte, hatte Staatsanwältin Janne Jakobek gesagt.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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