Panorama

Trauermärsche in ganz Irland Junge Lehrerin bei Dublin ermordet

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Ashling Murphy wurde nur 23 Jahre alt.

(Foto: REUTERS)

Eine junge Joggerin wird in der Nähe von Dublin am hellichten Tag getötet. Während die Suche nach dem Täter auf Hochtouren läuft, versammeln sich in ganz Irland Tausende, um zu trauern. Das Land debattiert nun darüber, warum Frauen so häufig Opfer von Gewalt werden.

Tausende Menschen haben bei Mahnwachen in mehreren Städten in Irland und der britischen Region Nordirland einer getöteten jungen Frau gedacht. In Tullamore, wo die Leiche der 23-jährigen Ashling Murphy gefunden worden war, schlossen Geschäfte und Cafés früher als sonst. Zahlreiche Trauernde versammelten sich in der Stadt gut 80 Kilometer westlich von Dublin in einem Park. In der irischen Hauptstadt nahm Regierungschef Michaél Martin an einem Gedenken teil. Der Mord an der Lehrerin habe das Land "in Solidarität und Abscheu" geeint, sagte Martin.

Die Polizei hat "eine für den Fall interessante Person identifiziert". Nun warten die Behörden darauf, den Mann zu vernehmen, der wegen einer Reihe von Verletzungen noch in ärztlicher Behandlung sei. Zuvor war ein festgenommener 40 Jahre alter Mann wieder auf freien Fuß gekommen, wie Medien berichteten.

Forensisches Material gesichert

Die Behörden widersprachen kritischen Berichten, dass die Ermittlungen in den Tagen nach dem Verbrechen zu langsam begonnen hätten. Es sei umfassendes forensisches Material sichergestellt worden, das die Polizei auf die Spur des Täters bringen werde. Laut einem Bericht der "Irish Times" sucht die Polizei derzeit nach dem Besitzer eines Mountainbikes, das unweit des Tatorts gefunden wurde. Die Beamten glauben, dass das herrenlose Rad mit dem Mord im Zusammenhang steht und rufen die Bevölkerung auf, Hinweise auf den Eigner zu geben.

Das Verbrechen hat eine neue Debatte über die Sicherheit von Frauen auf der irischen Insel ausgelöst. Die 23-Jährige war am Mittwochnachmittag getötet worden, als sie an einem Kanal joggen war - einer beliebten Strecke von Radfahrern und Läufern. "Es gibt eine Epidemie der Gewalt gegen Frauen. Das ist schon seit Jahrtausenden so", sagte Vizeregierungschef Leo Varadkar. Präsident Michael D. Higgins rief die Bevölkerung dazu auf, eine "freundlichere, mitfühlendere und empathischere Gesellschaft" zu bauen.

Der irische Regierungschef Martin teilte mit, er habe die Familie der jungen Lehrerin kontaktiert. "Ich wollte unsere Solidarität mit ihnen und unsere Bestürzung darüber zum Ausdruck bringen, dass eine schöne junge Frau aus ihrem Leben genommen wurde", sagte er.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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