Mordserie in Los AngelesJury schickt "Grim Sleeper" in Todeszelle

Für mindestens zehn Morde ist Lonnie David Franklin Jr. nachweislich verantwortlich. Statt einer lebenslänglichen Haft fordern die Geschworenen die Todesstrafe für den 63-Jährigen. Ermittler vermuten 15 weitere Fälle. Spuren führen auch nach Deutschland.
Geschworene in Kalifornien fordern die Todesstrafe für einen Serienmörder, der als "Grim Sleeper" bekannt wurde. Wie das Gericht in Los Angeles mitteilte, sprachen sich die Juroren für die Hinrichtung von Lonnie David Franklin Jr. aus. Anfang Mai war der 63-Jährige wegen der Ermordung von neun Frauen und eines 15-jährigen Mädchens schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen, sieben Frauen und fünf Männer, hätten auch für lebenslängliche Haft stimmen können. Franklin muss am 10. August noch einmal vor einer Richterin erscheinen. Dann soll das Strafmaß offiziell ausgesprochen werden.
Die Mordserie fand im Südteil von Los Angeles zwischen den Jahren 1985 und 2007 statt. Die Ermittler glauben, dass der frühere Müllmann möglicherweise 25 Morde begangen haben könnte. Er war 2010 nach der Auswertung von DNA-Spuren festgenommen worden. Nach dem Schuldspruch im Mai hatte die Anklage weitere Fälle vorgebracht. In dieser Prozessphase mussten die Geschworenen nun über das Strafmaß - lebenslänglich oder Hinrichtung - beraten. Auch eine Frau aus Deutschland sagte laut der "Los Angeles Times" aus. Sie soll angegeben haben, von Franklin und zwei weiteren US-Soldaten 1974 in Stuttgart auf der Straße entführt und vergewaltigt worden zu sein. Sie sei damals 17 Jahre alt gewesen. Die Männer hätten sie bei der nächtlichen Attacke mit einem Messer bedroht.
Viele der Mordopfer waren schwarze Prostituierte. Die meisten wurden am Straßenrand oder neben Mülltonnen erschossen aufgefunden. Bei der Festnahme Franklins entdeckte die Polizei in dessen Haus Fotos und Gegenstände, die den Opfern gehörten. Wegen einer jahrelangen Pause in der Mordserie erhielt der Mann den Spitznamen "Grim Sleeper", in Anlehnung an den englischen Begriff "Grim Reaper" für den Sensenmann als Sinnbild des Todes.