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Verdacht auf Freiheitsberaubung Justiz ermittelt gegen Kachelmanns Ex

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Der Springer-Verlag wurde bereits dazu verurteilt, Kachelmann 395.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

132 Tage saß der Wettermoderator Kachelmann unschuldig im Gefängnis - wegen der Lüge einer früheren Geliebten. Nun könnte dies Konsequenzen für die Frau haben, die Staatsanwaltschaft wird aktiv.

Gegen die frühere Geliebte von Wettermoderator Jörg Kachelmann hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Ermittlungen wegen des Verdachts auf Freiheitsberaubung eingeleitet. Das bestätigte eine Justizsprecherin.

Die Staatsanwaltschaft wurde dabei von sich aus tätig - als Konsequenz aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt von 2016. Das OLG entschied damals, dass die Frau im Jahr 2010 Kachelmann bewusst falsch wegen Vergewaltigung angezeigt habe. Dabei sei sie mit "krimineller Energie" und "direktem Vorsatz" vorgegangen. Dies habe zur Freiheitsberaubung - Kachelmanns Untersuchungshaft, die 132 Tage dauerte - geführt. In dem Prozess ging es um Schadenersatz, nicht um Freiheitsberaubung. Die aus Baden-Württemberg stammende Ex-Geliebte bezeichnete das Urteil als "Justizskandal".

Bei der Prüfung des OLG-Richterspruchs habe sich ein Anfangsverdacht ergeben, sagte nun die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mannheim. Wann das Verfahren abgeschlossen sein wird und welchen Ausgang dieses hat, sei derzeit unklar. Die Durchsicht von Tausenden Aktenseiten dauert vermutlich noch Monate. Die Justiz in Mannheim ist zuständig, da sich der Fall in diesem Landgerichtsbezirk zugetragen hatte.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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