Panorama

Verdacht der fahrlässigen Tötung Justiz prüft Corona-Ausbruch in Klinik

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Das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann hatte im Mai bereits Fehler eingeräumt.

(Foto: imago images/Steinach)

Zu Corona-Hochzeiten sterben in einer Potsdamer Klinik 47 Patienten an den Folgen der Virusinfektion. Gegen einige Ärzte und Geschäftsführer werden schwere Vorwürfe erhoben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Nach dem schweren Corona-Ausbruch im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann im März hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen drei leitende Ärzte und die damalige Geschäftsführung aufgenommen. Ermittelt werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung, teilte die Behörde mit. Den drei beschuldigten Ärzten wird vorgeworfen, Covid-19-Erkrankungen oder Verdachtsfälle nicht oder verspätet an das Gesundheitsamt gemeldet zu haben.

Die beiden seit April beurlaubten Geschäftsführer stünden im Verdacht, schon im Vorfeld des Corona-Ausbruchs und auch danach entsprechende organisatorische Maßnahmen nicht oder nicht rechtzeitig ergriffen zu haben, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zudem hätten sie es versäumt, bei dem Management des Ausbruchs Experten in die Einsatzleitung des Krankenhauses miteinzubeziehen.

*Datenschutz

Durch das Zurückhalten oder verspätete Melden der Fälle sei es der Behörde nicht möglich gewesen, Rückschlüsse auf die epidemiologische Lage in der Klinik zu ziehen und entsprechende Maßnahmen anzuordnen, "wodurch möglicherweise Infektionen oder gar der Tod von Patienten hätte verhindert werden können", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. 47 Corona-Patienten sind in dem Klinikum gestorben. Der Oberbürgermeister hatte die bisherigen Geschäftsführer beurlaubt und neue eingesetzt. Die Klinik, für die zwischenzeitlich ein Aufnahmestopp von Patienten mit Ausnahme von Notfällen galt, räumte im Mai Fehler ein. Sie erklärte, die Infektionen von Patienten und Mitarbeitern hätten in ihrem möglichen Zusammenhang betrachtet werden müssen. Eine Expertenkommission will den Ausbruch aufarbeiten.

Quelle: ntv.de, mba/dpa