Panorama

Tatortbegehung in Dresden Juwelendiebe griffen weniger Schmuck ab

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Noch in der Vitrine: eine Kette aus 177 sächsischen Perlen. Die Beute der Juwelenräuber von Dresden war weniger üppig als befürchtet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit Spannung erwarten die Museumsverantwortlichen in Dresden den Moment, in dem die Spurensicherung den Tatort freigibt. Zwar bietet der Saal ein Bild der Verwüstung, aber in der Nacht-und-Nebel-Aktion erbeuten die Täter deutlich weniger Schmuck als befürchtet. Die Polizei hat weiter keine heiße Spur.

Nach dem Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden haben die Verantwortlichen der Staatlichen Kunstsammlung den Tatort besichtigt und eine erste Bestandsaufnahme der Verluste abgegeben. Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, Marion Ackermann, sagte, die Täter hätten deutlich weniger Teile der insgesamt fast hundert Stücke umfassenden Brillanten- und Diamantengarnituren mitnehmen können als zunächst befürchtet. "Es sind mehr Stücke da, als wir gedacht haben", sagte sie. "Es war gut, dass es während des Einbruchs dunkel war."

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Generaldirektorin Marion Ackermann hat gute Nachrichten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Syndram, schilderte seine Eindrücke vom Tatort. "Die Vitrine ist in einem desolaten Zustand und weist drei Löcher auf." Dennoch seien wichtige Stücke nicht in die Reichweite der Diebe gekommen. So sei etwa der Hofdegen noch da, die Süßwasserperlenkette der Königin oder der große Ordensstern aus der Diamantgarnitur. "Die Diebe haben die Schmuckstücke mit einem weißen Pulver angesprüht, wohl auch, um Spuren zu verwischen", schilderte Syndram weiter. "Insgesamt kann ich sagen: Ich bin nicht erleichtert, aber auch nicht mehr so frustriert wie gestern", sagte der Direktor des Grünen Gewölbes. "Jetzt werden wir alles tun, um die Objekte wieder zu neuem Glanz zu bringen."

Die Sicherheitskosten für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bezifferte die Generaldirektorin auf acht Millionen Euro im Jahr. Dem Museumsverbund gehören zahlreiche Einrichtungen an. "Das Sicherheitskonzept ist auf intensivste Weise abgestimmt", sagte Ackermann, müsse aber nach dem Einbruch untersucht werden. Zugleich betonte die Generaldirektorin: "Unser Hauptziel sollte es sein, die geraubten Werke zurückzubekommen."

Fluchtauto gefunden, von den Dieben weiter keine Spur

Die Ermittler konnten inzwischen das Fluchtauto der mutmaßlichen Täter identifizieren. Es handelt sich um den ausgebrannten Wagen, der nach der Tat am Montag in einer Tiefgarage gefunden wurde, teilte die Polizeidirektion Dresden mit. An dem Wrack seien Spuren vom Tatort gefunden worden. Zu den Tätern gab es noch immer keine entscheidenden Hinweise. Zwei Einbrecher waren am Montagmorgen durch ein Fenster eingedrungen und hatten binnen Minuten aus drei Vitrinen im Historischen Grünen Gewölbe Juwelenschmuck von unschätzbarem Wert gestohlen.

Einen Tag nach dem spektakulären Einbruch im Residenzschloss gehen die Ermittler nun fest davon aus, dass auch der Brand eines Stromverteilerkastens in der Nähe der Augustusbrücke mit der Tat in Verbindung steht. Der Verteilerkasten wurde nach Polizeiangaben vorsätzlich in Brand gesetzt. Dadurch fiel am frühen Morgen die Straßenbeleuchtung in der Umgebung des Tatorts im Residenzschloss aus.

Quelle: ntv.de, mau/AFP