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Aufforderung zum Mord "Kannibale" wollte blonde Frau verspeisen

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Die Öffentlichkeit wurde nach der Verlesung der Anklage von der Verhandlung ausgeschlossen. (Landgericht Nürnberg)

(Foto: imago/Future Image)

Er wollte seine sexuellen kannibalistischen Fantasien in die Tat umsetzen. Doch einer möglichen Bluttat kommen die Ermittler zuvor. Seitdem wird der 42-jährige Nürnberger in der Psychiatrie behandelt. Jetzt wird ihm der Prozess gemacht.

Er lebte alleine, hatte weder Freundin noch Kinder. In Nürnberg ging K. seiner Arbeit nach, bis er aufgrund eines richterlichen Beschlusses in der forensischen Klinik in Ansbach untergebracht wurde. Denn K. gilt als psychisch krank und brandgefährlich.

Im Internet suchte der 42-jährige Computerfachmann Mitstreiter, um eine Frau zu töten und ihre Leiche zu essen und muss sich deswegen nun vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft K. öffentliche Aufforderung zu Straftaten vor. Beim Prozessbeginn wurde die Öffentlichkeit nach der Verlesung der Anklage von der Verhandlung ausgeschlossen.

Laut Anklage schrieb K. im vergangenen Sommer im Internet zwei Texte, in denen er Männer suchte, die ihm helfen, eine Kollegin zu misshandeln und zu töten. Anschließend wolle er die Frau "verspeisen", schrieb der Mann. In seinen Texten bezeichnete er sich selbst als "Kannibalen".

Schon seit Ende 2015 habe der Mann diese Fantasie gehabt, schreiben die Ankläger. Allein habe sich K.die Tat nicht zugetraut. Nicht einmal zwei Stunden nach Veröffentlichung des ersten Textes meldete sich der erste Interessent per E-Mail bei ihm.

Behandlung ohne Erfolg

Lokalen Medien zufolge hatte K. bereits seit seinem sechsten Lebensjahr sexuelle kannibalistische Fantasien. Demnach drehte sich alles um blonde, junge Frauen, die er töten und verspeisen wollte. Als Erwachsener hatte er sich den Angaben zufolge zunächst unter Kontrolle. Im Internet soll er schließlich nach Gleichgesinnten und potenziellen Opfern gesucht haben. Obwohl K. 2014 im Klinikum Nürnberg vorsprach und um Hilfe bat, blieb er bis Oktober 2016 auf freiem Fuß. Er bekam triebdämpfende Mittel und war in Ansbach in therapeutischer Behandlung.

Doch dann stießen die Fahnder in einschlägigen Foren erneut auf brisante Einträge. Der Absender: K. Der Nürnberger hatte ein zweites Mal öffentlich nach Möglichkeiten gesucht, aus Fantasien Realität zu machen. In seinem zweiten Text bot der Angeklagte auch Geld für eine Frau an, die er essen kann. Zur Ausführung der Tat kam es nicht.

Quelle: n-tv.de, dsi

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