Panorama

Tochter zu heiß gebadet Kind stirbt an Verbrühung - Mutter verurteilt

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Die 28-Jährige Angeklagte kommt in den Saal im Amtsgericht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine junge Mutter legt ihre dreijährige Tochter in die Badewanne - ohne vorher die Wassertemperatur zu überprüfen. Das Kind stirbt später an den erlittenen Verbrühungen. Obwohl die Staatsanwaltschaft ein milderes Urteil fordert, entscheidet ein Gericht nun: Das war fahrlässige Tötung.

Eine 28-jährige Frau, deren dreijährige Tochter nach einem heißen Bad an Verbrühungen starb, ist wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen verurteilt worden. Das Amtsgericht Greifswald verhängte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Laut NDR sagte die Mutter vor Gericht umfassend aus. Sie habe vergessen, "wie andere Muttis" die Wassertemperatur zu testen.

Nachdem das Mädchen etwa 30 Minuten in der Wanne verbracht habe, habe sie erst festgestellt, dass das Wasser zu heiß war. Daraufhin habe sie es in kaltes Wasser gesetzt und anschließend schlafen gelegt - die Haut war wohl bis zum Bauchnabel gerötet. Aus Angst vor den Konsequenzen des Jugendamts habe die Mutter nicht den Arzt gerufen. Am Morgen nach dem Bad lag das Kind tot im Bett.

Das Amtsgericht folgte mit dem Urteil nicht dem Staatsanwalt, der nach dem Bericht eines psychiatrischen Gutachters vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung abrückte und auf fahrlässige Körperverletzung plädierte. Die Frau ist nach Ansicht des Gutachters wegen einer leichten Intelligenzminderung nicht in der Lage, ein Kind alleine zu versorgen. Der Verteidiger schloss sich der Forderung des Staatsanwaltes an.

Das Jugendamt hatte der Frau und ihrem Ehemann die Auflage erteilt, sich gemeinsam um ihre beiden Kinder zu kümmern. Der Vater hatte kurz vor dem Unglück eine Arbeit in Hamburg angenommen und war zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause. Laut NDR leben zwei ältere Kinder des Paares in Pflegefamilien. Eine Zeit lang habe die Familie Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen.

Quelle: ntv.de, agr/dpa