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Deutsches Kinderhilfswerk warnt Kinder-Influencer müssen geschützt werden

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Das Deutsche KInderhilfswerk fordert einen besseren Schutz für Minderjährige im Internet.

(Foto: imago images/Shotshop)

Kinderarbeit ist aus gutem Grund verboten. Doch wie sieht es mit den vielen Minderjährigen aus, die in den sozialen Netzwerken bereits als Influencer ihr erstes Geld verdienen? Das Deutsche Kinderhilfswerk zeigt sich besorgt um deren Sicherheit und Gesundheit.

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat einen besseren Schutz für Kinder gefordert, die auf Plattformen wie Youtube, Instagram und Tiktok als Influencer tätig sind und damit Geld verdienen. Dazu ist nach Ansicht des Vereins auch eine Anpassung des Jugendarbeitsschutzgesetzes notwendig, das regelt, unter welchen Voraussetzungen Kinder und Jugendliche in Deutschland arbeiten dürfen. "Es muss klar sein, dass die in Deutschland bestehenden Regeln zum Schutz von Kindern auch die Arbeit von Kindern im Internet umfasst", sagte Uwe Kamp, Sprecher des Deutschen Kinderhilfswerks.

Die Beschäftigung von Kindern ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Für den Bereich der Werbung, für Film und Theater können aber Ausnahmen beantragt werden. So eine Ausnahmebewilligung ist von einer Vielzahl von Voraussetzungen abhängig: Unter anderem muss das zuständige Jugendamt angehört werden, und die Eltern müssen schriftlich einwilligen, dass beispielsweise die Betreuung des Kindes sichergestellt ist und keine gesundheitlichen Bedenken bestehen.

Nachjustierung des Gesetzes notwendig

"Nach unseren Beobachtungen findet das Jugendarbeitsschutzgesetz bei Kinder-Influencern derzeit noch kaum Anwendung", so Kamp. Das Thema Kinder-Influencer sei ein recht neues Phänomen und das Thema "Arbeit von Kindern im Internet" tauche im Jugendarbeitsschutzgesetz nicht auf, hier sei deshalb dringend eine Nachjustierung notwendig. "Die Jugendämter brauchen klarere rechtliche Vorgaben, um ihrem Auftrag, dem Kinderschutz, besser nachkommen zu können", sagte Kamp.

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2019 verdiente beispielsweise der achtjährige US-Amerikaner Ryan Kaji laut "Forbes" geschätzte 26 Millionen Dollar und wurde damit zum bestverdienenden Youtuber. Seine Karriere startete er bereits im Alter von drei Jahren mit sogenannten Boxopening-Videos. Darin zeigte er, wie er Spielzeug auspackte und testete. Inzwischen präsentieren sich Millionen Kinder und Teenager weltweit auf ähnliche Weise im Internet. Sie packen wie Kaji Dinge aus, schminken sich, zocken Spiele und zeigen ihren Alltag. Verlässliche Zahlen dazu, wie viele Kinder es in Deutschland sind, gibt es bislang nicht.

Quelle: ntv.de, nan/dpa