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Drogen im Internet verkauft "Kinderzimmer-Dealer" bekommt hohe Strafe

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Der 20-jährige Maximilian S. wurde zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt.

(Foto: dpa)

Er verschiebt in kurzer Zeit mehr als 900 Kilo Drogen und muss dabei nicht einmal sein Kinderzimmer verlassen. Maximilian S. verkauft Betäubungsmittel über das Internet - bis er auffliegt. Nun muss er für viele Jahre ins Gefängnis.

Im Prozess gegen den sogenannten "Kinderzimmer"-Dealer hat das Landgericht Leipzig den 20-jährigen Angeklagten zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren Haft verurteilt. Maximilian S. habe "hochkriminelle Geschäfte" getätigt und "fast eine Tonne Betäubungsmittel vertickt", sagte der Vorsitzende Richter Norbert Göbel in seiner Urteilsbegründung. Insgesamt 914 Kilogramm Drogen soll Maximilian S. von seinem Kinderzimmer aus bis ins Ausland verkauft haben, darunter Haschisch, Ecstasy-Tabletten, Kokain, LSD und verschreibungspflichtige Tabletten.

Er habe "mit hoher krimineller Energie" gehandelt, sagte Göbel, der den Angeklagten als "Verbrecher" bezeichnete. Andererseits sei dieser so "naiv" gewesen zu denken, dass er nicht erwischt werde. Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht dessen umfassendes Geständnis. Echte Reue sei aber nicht erkennbar gewesen, sagte Göbel.

Staatsanwälte forderten höhere Strafe

Mit seinem Urteil blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die auf eine Jugendstrafe von acht Jahren und acht Monaten plädiert hatte. "Letztlich ging es darum: Er wollte im Internet als Drogenhändler der größte und beste sein", sagte Staatsanwalt André Kuhnert.

Die Verteidigung hatte eine Jugendstrafe von sechseinhalb Jahren gefordert. Seinem Mandanten sei es nicht um das Geld gegangen, sondern "um den Kick", sagte sein Anwalt Stefan Costabel. Er will eine Revision prüfen.

Maximilian S. folgte der Urteilsbegründung mit fast unbewegter Miene. Der junge Mann soll Ende 2013 in großem Stil seine Drogengeschäfte aufgezogen haben. Sein Kinderzimmer in der Wohnung seiner Eltern war zugleich Warenlager, Büro und Versandzentrum. Die Geschäfte wickelte er zunächst über das Darknet ab, einen verschlüsselten Bereich des Internets.

Zuletzt verkaufte er die Drogen über das offen zugängliche Internet - und zwar über die Plattform "shiny-flakes". Die Ermittler bezifferten die Verkaufserlöse auf insgesamt rund vier Millionen Euro. Als Maximilian S. im Februar dieses Jahres eine neue Lieferung erwartete, griff die Polizei zu. Sein Kinderzimmer war vollgestopft mit mehr als 300 Kilo Drogen.

Das Grinsen ist ihm vergangen

Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Angeklagten mangelnde emotionale Reife sowie ein "gestörtes Sozialverhalten". Außer zu seiner Familie habe er kaum soziale Kontakte gepflegt, sagte der Gutachter vor Gericht. Nach Einschätzung des Experten hatte S. die Tragweite seiner Taten mit den damit verbundenen Gefahren durch die Drogen nicht erfasst.

Die Mutter des Angeklagten, die zuvor als Zeugin ausgesagt hatte, beschrieb ihren Sohn als "wildes" Kind. Später habe er sich zunehmend zurückgezogen. Er machte keinen Urlaub, hatte weder Freunde noch Freundin. Eine Lehre als Restaurantfachmann schmiss er hin. In den vergangenen zwei Jahren habe sie keinerlei Zugang mehr zu seinem Zimmer gehabt, sagte die 48-Jährige. Von den Drogengeschäften ihres Sohnes habe sie nichts mitbekommen. S. folgte den Aussagen mit gesenktem Kopf und deutlich angespannter als an anderen Verhandlungstagen, an denen er immer wieder gegrinst hatte.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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