Panorama

Spanischer Hochstapler "Kleiner Nicolás" muss drei Jahre in Haft

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Unternehmen versprach der "kleine Nicolás" Kontakte und kassierte dafür ab.

(Foto: imago images/Lagencia)

Als Gesandter des spanischen Königshauses narrt der "kleine Nicolás" Unternehmer und Politiker. Er wird erwischt und verurteilt. Gegen den 27-Jährigen laufen aber noch weitere Verfahren. Die Strafe kann somit sogar noch deutlich größer ausfallen.

Ein junger Spanier ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er sich als Gesandter des spanischen Königs Felipe VI. und der Regierung ausgegeben hat. Der junge Mann, der von spanischen Medien auch "Kleiner Nicolás" genannt wird, hatte demnach 2014 behauptet, er sei der Verbindungsmann zwischen dem Königshaus und der spanischen Regierung und sich so ein Mittagessen mit einem wichtigen Unternehmer erschlichen, teilte das Landgericht in Madrid mit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es ist bereits die zweite Haftstrafe für den 27-Jährigen, gegen ihn sind weitere Verfahren anhängig. Nach Schätzung von Medien drohen ihm insgesamt bis zu 30 Jahre Haft.

Der "Kleine Nicolás" war Berichten zufolge bereits als 15-Jähriger in der Zentrale der konservativen Volkspartei (PP) ein- und ausgegangen. Er baute dort offenbar Beziehungen auf, die ihm bei seiner Hochstapler-Karriere halfen. Fotos, auf denen er mit König Felipe VI. oder mit den früheren PP-Regierungschefs José María Aznar und Mariano Rajoy zu sehen ist, verbreitete er im Netz.

Amtlichen Erkenntnissen zufolge führte er Dutzende Politiker und Unternehmer hinters Licht. Von Unternehmern soll er mit dem Versprechen Geld kassiert haben, ihnen mit seinen Kontakten zu Aufträgen zu verhelfen. In Interviews prahlte er seinerzeit auch damit, für den spanischen Geheimdienst CNI zu arbeiten. 2014 flog die mutmaßliche Betrugsserie auf.

Der Fall weckt Erinnerungen an den legendären "Hauptmann von Köpenick". Als dieser wurde einst Wilhelm Voigt bekannt, der 1906 in einer gekauften Uniform die Menschen in Berlin narrte und zum Symbol für Obrigkeitshörigkeit wurde. Der Dramatiker Carl Zuckmayer verarbeitete die Geschichte 1931 zu einem Theaterstück.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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