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Januar wird spannend - und unsicher Knallerei könnte Silvesternacht vernebeln

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Lediglich in der Nordhälfte kann in der Silvesternacht vereinzelt etwas Nieselregen fallen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zum Jahreswechsel kann der Regenschirm Zuhause bleiben, verrät n-tv-Wetterexperte Björn Alexander. Richtig winterlich werden die Temperaturen nur im Süden Deutschlands. Im Norden muss dafür beim Raketenzünden auf stürmische Böen geachtet werden.

Björn, welches Wetter erwartet uns zum Jahreswechsel?

Für die meisten von uns wird die Silvesternacht trocken verlaufen. Der Schirm kann also getrost daheim bleiben. Konkret sieht es um 0 Uhr so aus: in der Nordhälfte ist es stark bewölkt, aber nur örtlich fällt etwas Nieselregen. Bevorzugt auf den Nordseeinseln beziehungsweise im Küstenumfeld. In der Mitte und im Süden Deutschlands bilden sich zunächst nur lokale Nebelfelder, die sich aber nach Mitternacht ausbreiten und verdichten können.

Warum ausgerechnet nach Mitternacht?

Das liegt an den Feuerwerken. Denn durch die Knallerei werden besonders in den Ballungsräumen Unmengen an sogenannten Kondensationskernen in der Luft verteilt. Um diese feinen Rauch- und Feststoffpartikel sammeln sich dann kleinste Wassertröpfchen und es bildet sich Nebel. Das war in den letzten Jahren beispielsweise in Köln und Umgebung schon mal recht eindrucksvoll zu beobachten, als die Sichtweiten rasch auf unter 20 Meter zurückgegangen sind. Wirklich genau vorhersagen lässt sich dieses Phänomen natürlich nicht. Aber das Potenzial (windschwache Atmosphäre und ein gewisses Maß an Feuchtigkeitsangebot) dürfte gegeben sein. Abseits dieser Böllernebel bleibt es von der Mitte südwärts aber häufig sternenklar und kalt.

Wie kalt?

In der Mitte und im Süden liegen die Temperaturen bei schwachem Wind bei frostigen -1 bis -7 Grad, im Norden bei deutlich milderen, aber windigen +2 bis +7 Grad. Im Küstenumfeld sollte beim Zünden der Raketen dementsprechend der Wind beachtet werden, denn dort treten starke, auf Sylt auch stürmische Böen auf.

Was bringt uns der Neujahrstag?

Im Norden und Westen wird es überwiegend wolkig, örtlich mit etwas Regen oder Nieselregen. Besonders im Umfeld der Mittelgebirge müssen Sie gelegentlich mit Glätte durch gefrierenden Regen rechnen, da dort die Böden noch gefroren sind. Im Süden und Südosten verläuft der Tag abseits von teils zähen Nebelfeldern hingegen freundlich oder sonnig. Höchstwerte: im Dauernebel 0, sonst meistens 3 bis 8 Grad. Am Alpenrand vereinzelt vielleicht auch etwas mehr.

Die Freunde der kalten Jahreszeit mit Eis und Schnee müssen sich also weiterhin in Geduld üben?

Im Prinzip schon, aber ganz ohne Chancen ist der Winter in der ersten Januarhälfte nicht. Zumindest nach den Berechnungen der amerikanischen Wettercomputer ist selbst ein hochwinterlicher Abschnitt mit eisigen Temperaturen nicht auszuschließen.

Wie eisig könnte es denn werden?

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

n-tv-Meteorologe Björn Alexander

Je nachdem, welche der verschiedenen Berechnungen man sich anschaut, sind das durchaus extreme Werte mit Schnee bis herunter ins Flachland und nächtlichen Tiefstwerten verbreitet um die -10 bis -20 Grad. Das ist natürlich alles andere als sicher, zeigt aber welches Potenzial in der jetzigen Wetterentwicklung steckt.

Ab wann könnte uns denn der Eiswinter erreichen?

Das wäre nach jetzigem Stand ab dem 7. bis 10. Januar. Aber selbst die weniger kalten Computersimulationen zeigen zurzeit mehr in Richtung kalt (mit nördlichen oder östlichen Winden) als in Richtung einer milden West- oder Südwestlage. Kurzum: der Winter begibt sich jetzt in Lauerstellung. Und das merken wir auch schon zu Beginn der nächsten Woche, wenn auch bis in tiefere Lagen vorübergehend ein paar Flocken drin sind.

Was heißt das konkret?

Dass sich zum Beispiel am kommenden Montag zeitweise Schnee- oder Schneeregenschauer teilweise bis ins Flachland verirren können. Es wird nämlich überall wechselhafter. Auch am Alpenrand ist dadurch am Montag nachmittags und abends Schneefall drin. Höchstwerte von 2 bis 6 Grad, im höheren Bergland winterlich mit leichtem Dauerfrost.

Und am Dienstag?

Kann es an den Alpen weitere Schneeschauer geben. Auch im Norden sind bei einem teilweise stürmischen Wind Schauer zu erwarten. Allerdings dann mehrheitlich als Regen. Dazu werden es zwischen -2 und +7 Grad. Am Mittwoch könnten dann die Mittelgebirge von Eifel und Sauerland bis herüber ans Erzgebirge etwas Neuschnee bekommen. Derweil bleibt es über der Nordhälfte generell unbeständig und nasskalt bei Tageshöchstwerten zwischen -1 und +8 Grad.

Danach wird es dann spannend?

So ist es. Und mindestens ebenso unsicher. Grundsätzlich stehen die Zeichen aber auf Winter.

Quelle: n-tv.de

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