Panorama

Projekt für Moscheegemeinden Köln erlaubt Rufe zum Freitagsgebet

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Innenansicht der Kölner Zentralmoschee beim Tag der offenen Moschee.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

In Köln sind bald nicht nur Kirchen akustisch wahrnehmbar. Im Rahmen eines Modellprojekts dürfen Moscheegemeinden einen Gebetsruf beantragen. Oberbürgermeisterin Reker sieht darin ein Zeichen der "gelebten Vielfalt".

In Köln wird an Freitagen in Zukunft mancherorts der Ruf eines Muezzins zu hören sein. Die Domstadt hat ein zunächst auf zwei Jahre befristetes Modellprojekt gestartet, in dessen Rahmen Moscheegemeinden den Gebetsruf unter Auflagen beantragen können. Oberbürgermeisterin Henriette Reker sieht darin ein "Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz der Religion" und ein "Bekenntnis zur grundgesetzlich geschützten Religionsfreiheit".

"Wenn wir in unserer Stadt neben dem Kirchengeläut auch den Ruf des Muezzins hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird", sagte die parteilose Politikerin. "Wer das anzweifelt, stellt die Kölner Identität und unser friedliches Zusammenleben infrage. Muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger seien ein "fester Teil der Kölner Stadtgesellschaft".

Zu den Auflagen gehört, dass der Gebetsruf nur zwischen 12 und 15 Uhr erfolgen darf und nicht länger als fünf Minuten dauert. Für die Lautstärke gilt eine Höchstgrenze, die je nach Lage der Moschee festgelegt wird. Jede Gemeinde muss zudem einen Ansprechpartner benennen, der Fragen aus der Nachbarschaft beantwortet und mögliche Beschwerden entgegennimmt.

Gebetsrufe von Moscheegemeinden sorgen in Deutschland regelmäßig für Diskussionen. In der Ruhrgebietsstadt Oer-Erkenschwick ruft der Muezzin bereits seit 2014 per Lautsprecher zum Gebet. Ein Anwohner ging dagegen gerichtlich vor. In erster Instanz gewann er, in der Berufung erhielt die Stadt recht. Im ebenfalls nordrhein-westfälischen Düren sind die Rufe einer örtlichen Moschee schon seit 20 Jahren täglich zu hören.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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