Panorama

Geldsegen aus den USA Kölner Zoo erhält 22-Millionen-Dollar-Spende

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Die Erdmännchen leben zwar nicht im Südamerika-Haus, profitieren aber sicherlich auch von der Spende.

(Foto: Kölner Zoo)

Der Kölner Zoo erhält eine unerwartete Millionenspende. Eine Ehepaar aus Amerika vermacht der Institution sein gesamtes Vermögen. Die zwei Amerikaner lebten früher in Köln, mussten dann aber vor den Nazis fliehen.

Ein Ehepaar aus den USA hat dem Kölner Zoo 22 Millionen Dollar vermacht. "Ich hoffe, dass sich Köln freut, you know", sagte die 93 Jahre alte Spenderin dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Elizabeth Reichert und ihr verstorbener Mann Arnulf lebten während des Zweiten Weltkriegs in Köln und blieben der Stadt stets verbunden. Deshalb haben sie sich kurz vor Arnulf Reicherts Tod entschlossen, ihr Vermögen dem Zoo zu vermachen.

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Christopher Landsberg besuchte Elizabeth Reichert in der Nähe von Philadelphia.

(Foto: Kölner Zoo)

"Wenn man sich überlegt, wohin man sein Geld vererbt, spielen die Erinnerungen eine große Rolle", sagte Elizabeth Reichert. Schon 1954 hatte das Ehepaar dem Kölner Zoo etwas gespendet. Damals brachten die Auswanderer eine Weichschildkröte im Wert von 50 Mark mit in die Domstadt.

Das Ehepaar Reichert lernte sich 1944 im Untergrund kennen. "Wir waren zwei arme Kölner Kinder", sagte die 93-Jährige. Arnulf habe sich wegen seines jüdischen Glaubens verstecken müssen, sie selbst habe zu viele Juden gekannt. Ein Jahr nach Kriegsende hat Elizabeth dann "diesen wunderbaren Menschen" geheiratet.

Sie wanderten zuerst nach Israel aus, dann weiter in die USA. Elizabeth arbeitete als Friseurin, Arnulf in einem Großhandel für Haustiere und Haustierbedarf. Er machte sich selbstständig und verdiente Millionen. "Wir haben jede Woche an sieben Tage jeweils zwölf Stunden gearbeitet und nicht viel ausgegeben", sagte die Amerikanerin. Das Geld habe man in Aktien angelegt.

"Ewiger" Profit

Von ihrem Vermögen soll nun der Zoo profitieren, auch wenn Vorstandsmitglied Christopher Landsberg das Angebot zunächst für einen versuchten Betrug hielt. 2015 erhielt er eine E-Mail vom Anwalt der Reicherts, der ihn um eine Kontaktaufnahme bat. Anschließend besuchte er Elizabeth Reichert in Amerika. Denn die 93-Jährige wolle nicht mehr persönlich in den Zoo kommen. Sie fahre zwar noch Auto, aber so eine weite Reise mit Übernachtungen in einem Hotel sei ihr doch zu anstrengend, sagte sie dem "Stadt-Anzeiger".

Das Geld fließt in die neu gegründete Arnulf Reichert Foundation. Allerdings erhält der Kölner Zoo die 22 Millionen Dollar nicht auf einmal. Elizabeth Reichert will somit sicherstellen, dass die Stadt Köln den kommunalen Zuschuss für den Zoo nicht reduziert. Daher hat sie verfügt, dass nur die jährlichen Erträge des Vermögens ausgegeben werden können. Abhängig vom Finanzmarkt sei aber mit je einer Million Dollar pro Jahr zu rechnen, schreibt der "Stadt-Anzeiger". So könne der Zoo ewig von ihrem Vermögen profitieren, sagte Reichert. Zum Dank benennt die Institution ihr Südamerika-Haus nach Arnulf Reichert. Dorthin soll auch die Spende fließen.

Quelle: ntv.de, lsc