Panorama

Intensivmediziner zuversichtlich "Könnten Corona im Herbst im Griff haben"

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Wird es im Herbst wieder volle Biergärten geben?

(Foto: imago/Ralph Peters)

Es ist derzeit immer noch unklar, in welche Richtung sich das Infektionsgeschehen in Deutschland entwickelt. Der Präsident der deutschen Intensivmediziner, Marx, glaubt jedoch, dass bis zum Herbst die Pandemie wieder unter Kontrolle gebracht werden kann. Allerdings nur unter einer Bedingung.

Die positive Entwicklung in der Pandemielage in Deutschland scheint ins Wanken zu geraten - laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) stieg die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums - zum zweiten Mal in Folge über den Wert vom Vortag. Aktuell notiert sie damit wieder knapp über 60. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 35 zu drücken. Wann wird das Infektionsgeschehen hierzulande wieder kontrolliert werden können?

Der Präsident der deutschen Intensivmediziner, Gernot Marx, ist zuversichtlich, dass Deutschland die Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte unter Kontrolle bekommen kann. "Wenn sich jetzt alle Menschen bald gut durchimpfen lassen, dann könnte es sein, dass wir Corona Ende des dritten Quartals 2021, also im Herbst, im Griff haben", sagte Marx der "Augsburger Allgemeinen". "Aber das setzt wirklich voraus, dass sich so gut wie alle impfen lassen. Sonst entstehen in der Zwischenzeit wieder neue Mutanten."

Herdenimmunität nur gegen die Urvariante

ntv/RTL Medizinexperte Dr. Christoph Specht sieht die so angestrebte Herdenimmunität skeptisch: "Das können wir nur erreichen, wenn wir schnell sind. Bei den Israelis kann das funktionieren - bei uns sehe ich etwas schwarz." Das große Problem sieht auch er in den Corona-Mutationen: "Wir hätten dann vielleicht eine Herdenimmunität gegen die Urvariante, aber in dieser Zeit entwickeln sich die Mutationen und herrschen dann vor."

Sorge bereitet derzeit vor allem die britische Mutante des Coronavirus, die deutlich ansteckender ist. Marx rechnet wie viele andere damit, dass die Corona-Zahlen deshalb wieder nach oben gehen werden: "Wir gehen von einer dritten Welle aus", sagte er. "Unsere Bitte lautet darum: Lassen Sie sich impfen - auch mit Astrazeneca." In den Klinken ist die Situation nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) inzwischen besser als Anfang des Jahres. "Die Lage hat sich im Vergleich zum Höchststand der zweiten Welle spürbar entspannt", sagte der designierte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß der "Welt".

Anfang Januar habe es fast 6000 Intensivpatienten und 25.000 Patienten auf den Infektionsstationen gegeben, mittlerweile sei man bei 3000 im Intensivbereich. "Das bedarf immer noch eines erhöhten Infektionsschutzes und großer Aufmerksamkeit, wir sind aber von dieser Maximalbelastung weg. Das macht mich sehr zufrieden", sagte Gaß, der bis Ende 2020 auch Präsident der DKG war. "Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir sagen können: Wir sind nicht überlastet."

Quelle: ntv.de, kst/dpa

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