Mehr Betäubungswaffen Korean Air geht härter gegen Randalierer vor

In einer Notsituation steht die Besatzung einer Korean-Air-Maschine hilflos da. Der Crew gelingt es nicht, einen randalierenden Passagier zu bändigen. Mit neuen Regeln zu Betäubungswaffen und entsprechenden Schulungen soll so etwas nicht nochmal passieren.
Die Fluggesellschaft Korean Air hat angekündigt, verstärkt Betäubungswaffen gegen randalierende Passagiere einzusetzen. Die bisherigen Regeln, wonach Betäubungswaffen oder Elektroschockpistolen nur bei einer "unmittelbaren Bedrohung der Leben von Passagieren und Crew oder der Flugsicherung" benutzt werden dürften, würden geändert, sagte Unternehmenssprecher Nathan Cho. Besatzungsmitglieder dürften die Waffen künftig "aggressiver" einsetzen.
Zudem soll immer mindestens ein männliches Besatzungsmitglied mit an Bord sein. Korean Air will ferner neue Seile anschaffen, damit Randalierer schnell gefesselt werden können. Auch sollen die Flugbegleiter mehr Training erhalten, um mit renitenten Gästen besser fertig zu werden.
Unternehmenserbe dreht durch
Die Ankündigung erfolgt nach einem Vorfall an Bord einer Korean-Air-Maschine, den der US-Popsänger Richard Marx publik gemacht hatte. Demnach musste der Musiker einschreiten, weil "ahnungslose und schlecht ausgebildete" Stewardessen auf einem Flug von Hanoi nach Seoul einen randalierenden Passagier nicht zu bändigen vermochten.
Marx veröffentlichte Bilder, die seine Frau Daisy Fuentes gemacht hatte, bei Twitter und Facebook. Darauf ist unter anderem zu sehen, wie ein männlicher Fluggast eine Stewardess an den Haaren zieht. Örtliche Fernsehsender zeigten Bilder von dem Mann, der um sich schlug und spuckte, während Stewardessen und andere Passagiere versuchten, ihn niederzudrücken und festzubinden. Die Fernsehmoderatorin Fuentes berichtete, die Flugbegleiterinnen hätten weder gewusst, wie sie einen Taser benutzen noch, wie sie den Mann mit dem Seil fesseln sollen.
Die südkoreanische Polizei stellte einen Haftbefehl für den Passagier aus, bei dem es sich um den 34-jährigen Erben einer Kosmetikfirma handelt. Er soll an Bord mehr als zwei kleine Gläser Whisky getrunken haben. Möglicherweise hatte er bereits vor dem Start Alkohol konsumiert.