Panorama

Ausbruch in Dithmarschen Kreisstadt führt Kontaktbeschränkungen ein

Der Landkreis Dithmarschen kratzt daran, zum Risikogebiet erklärt zu werden. In der Kreisstadt Heide gelten deshalb wieder strengere Regeln: Kontaktbeschränkungen und Mundschutz sind ab Samstag vielerorts Pflicht. Die schleswig-holsteinische Landesregierung plant eine Testoffensive.

In der Dithmarscher Kreisstadt Heide gelten wegen der stark gestiegenen Corona-Neuinfektionen ab Samstag wieder strengere Schutzmaßnahmen. So werde es wieder die Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum geben, dass sich maximal zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen dürfen, sagte Landrat Stefan Mohrdieck bei einer Pressekonferenz in Kiel, an der auch der schleswig-holsteinische Gesundheitsminister Heiner Garg teilnahm. In Heide sollen auch öffentliche Veranstaltungen ausgesetzt werden, bis die Infektionszahlen wieder sinken.

Der Heider Wochenmarkt dürfe nur noch mit einem Mund-Nasen-Schutz besucht werden, erklärte Mohrdieck weiter. Die Kundenzuläufe zu den Geschäften würden etwas abgebremst. Der Landrat kündigte außerdem an, dass die Einhaltung der Schutzmaßnahmen verstärkt kontrolliert werde. Zudem werden die Testungen ausgeweitet, insbesondere auch in den Wohnquartieren, in denen die gehäuften Corona-Infektionen aufgetreten sind.

Am Mittwoch waren dem Landrat zufolge 13 weitere Corona-Neuinfektionen im Kreis Dithmarschen festgestellt worden. Sechs davon beträfen die Wohnquartiere in Heide, sieben aber den Landkreis. Das sei für Dithmarschen, vor einigen Wochen noch Deutschlands am wenigsten von Corona betroffener Kreis, enorm.

Insgesamt gab es in den vergangenen sieben Tagen im Kreis Dithmarschen 44 Neuinfektionen, die meisten davon in Heide - vor allem durch Rückkehrer von Reisen auf den West-Balkan und nach Skandinavien. Da die Region insgesamt nur etwas mehr als 130.000 Einwohner zählt, könnte im Fall weiterer Ansteckungen bald die im Bund/Länder-Beschluss vereinbarte Obergrenze erreicht werden. Der ländliche Kreis steht kurz davor, zum Risikogebiet erklärt zu werden.

Kiel startet Testoffensive

Als Reaktion auf den Ausbruch kündigte Gesundheitsminister Garg eine Testoffensive an. Ab Freitag stünden landesweit mobile Testzentren zur Verfügung, teilte er bei der Pressekonferenz mit Landrat Mohrdieck mit. Die Testungen seien kostenlos und insbesondere für Reiserückkehrer gedacht. Sollte es zu Wartezeiten kommen, rief Garg die Verdachtsfälle auf, Rücksicht zu nehmen und Abstand zu wahren: "Das Ziel ist es nicht, dass man sich an einer Teststation infiziert."

Ab kommender Woche sind die Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten Pflicht. Garg machte darauf aufmerksam, dass Verweigerern ein Bußgeld droht. Es sei kein Kavaliersdelikt, sich nicht an Regeln zu halten.

Teststationen in Bussen

Die mobilen Teststationen würden zum Beispiel in Bussen untergebracht, die etwa neun Stunden an einem Standort stehen bleiben werden, sagte Ralph Ennenbach, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, bei der Pressekonferenz. Die Fahrzeuge wurden demnach gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium organisiert.

Nach Angaben von Minister Garg finden Rückkehrer die Teststationen im Kieler Hafen, an dem Fähranleger in Puttgarden, am Busbahnhof in Neumünster und an der Rastanlage in Ellund an der dänischen Grenze. Auch in Lübeck soll eine mobile Teststation eingerichtet werden. Wo genau, ist aber noch nicht klar.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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