Panorama

Grabschändung in Dublin Kreuzfahrer-Schädel aus Kirche gestohlen

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Dublins Erzbischof Michael Jackson ist entsetzt über die Tat.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Unbekannte haben aus einer Gruft in der irischen Stadt Dublin den Schädel eines vor 800 Jahren gestorbenen Kreuzfahrers entwendet. Kirchenvertreter reagieren entsetzt auf die Tat und befürchten, dass der Schädel außerhalb der Krypta schnell verwest.

Grabschänder haben aus einer Krypta in Dublin den Schädel einer Jahrhunderte alten "Kreuzfahrer"-Mumie geraubt. Die Grabkammer in der Kirche St. Michan in Irlands Hauptstadt sei bei dem Diebstahl "schwer beschädigt" worden, erklärte die Kirche von Irland. Kirchenvertreter reagierten mit Entsetzen auf die Tat. Die Diebe hätten in der Nacht zum Sonntag auch die Gräber einer vor 400 Jahren gestorbenen Nonne und anderer Toter "entweiht".

Dublins Erzbischof Michael Jackson zeigte sich "schockiert, dass jemand diesen alten Grabplatz angreifen und die Überreste derjenigen, die dort ruhen, entweihen kann". Er forderte die Täter auf, "ihr Gewissen zu prüfen und den Schädel des Kreuzfahrers auf seinen rechten Platz zurückzubringen". Der Pfarrer von St. Michan, Erzdiakon David Pierpoint, nannte die Tat "verheerend und frevlerisch".

Der "Kreuzfahrer" wird so genannt, weil er während eines Kreuzzugs zur Eroberung von Jerusalem oder kurz danach gestorben sein soll. Wegen seiner überdurchschnittlichen Körpergröße waren ihm die Beine gebrochen worden, damit er in seinen Sarg in der St. Michan-Krypta passte. Nun wird befürchtet, dass der gestohlene Schädel außerhalb der kühlen Krypta schnell verwest.

Die Kirche St. Michan, deren Grundstein 1095 gelegt worden war, ist eine beliebte Touristenattraktion in Dublin. Der Legende nach soll dem Schriftsteller Bram Stoker bei einem Besuch in St. Michan die Idee für seinen legendären Vampir-Roman "Dracula" gekommen sein.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP