Panorama

Ermittlungen in Notre-Dame Kurzschluss könnte Feuer ausgelöst haben

f897820548b6aa538e3ed602fd346086.jpg

Die Kathedrale ist von dem Brand schwer in Mitleidenschaft gezogen.

(Foto: REUTERS)

Während Frankreich sich auf den Wiederaufbau der historischen Kathedrale Notre-Dame konzentriert, suchen Experten noch immer die Brandursache. Einer der Ermittler legt sich bereits auf eine Vermutung fest.

Französische Ermittler gehen davon aus, dass ein Kurzschluss das Feuer in der Kathedrale Notre-Dame ausgelöst hat. Dies sei nach dem jetzigen Stand der Erkenntnisse höchstwahrscheinlich, teilte die Polizei in Paris mit. Die Staatsanwaltschaft erklärte dazu auf Anfrage, dass "derzeit keine Hypothese ausgeschlossen" werde.

Präsident Emmanuel Macron machte die Notre-Dame-Katastrophe inzwischen zur Chefsache und ernannte den General Jean-Louis Georgelin zu seinem Sonderbeauftragten, um den Wiederaufbau zu beaufsichtigen. Macron hat dafür fünf Jahre veranschlagt.

Der Präsident empfing am Donnerstag rund 300 Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Polizisten im Élyséepalast. "Sie waren beispielhaft", sagte Macron, dessen Umfragewerte nach dem verheerenden Brand wieder leicht gestiegen sind. 67 Prozent und damit drei Prozent weniger der Befragten gaben an, mit seiner Arbeit nicht zufrieden zu sein.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und Innenminister Christophe Castaner lobten bei einem weiteren Festakt vor dem Pariser Rathaus die rund 500 Feuerwehrleute, die am Montagabend eingesetzt waren. Sie habe "Mut ohne Grenzen" gesehen, sagte die Bürgermeisterin, die zugleich zu einem Schulterschluss der Franzosen aufrief . Castaner sagte zu den Feuerwehrleuten: "Sie haben Ihr Leben riskiert, um Notre-Dame zu retten." Die Kathedrale gehöre der ganzen Welt. "Sie wird sich wieder aufrichten." Der Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet bekam bei der Veranstaltung von Hunderten Menschen Applaus.

"Notkirche" geplant

Die Hilfe deutscher Experten beim Wiederaufbau von Notre-Dame soll die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner koordinieren. Mehrere Zusammenschlüsse im Bereich der Denkmalpflege und Schlosshütten stünden bereit, um technische Hilfe zu leisten, wenn Frankreich dies wünsche, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit.

Bei dem Großbrand am Montag wurden das Dach sowie der Vierungsturm der gotischen Kirche zerstört, andere Bereiche wurden schwer beschädigt. Das Ausmaß der Schäden muss aber noch weiter begutachtet werden. Derzeit werden brüchig gewordene Wände des Gebäudes mit Holzbohlen gesichert. 400 Feuerwehrleute brauchten mehrere Stunden, um den Brand zu löschen. Die Struktur des Gebäudes konnte gerettet werden.

Es ist weiter unklar, wie lange die Kathedrale geschlossen bleiben muss. Kirchen-Direktor Patrick Chauvet brachte für die Zeit des Wiederaufbaus eine Holzkirche auf dem Vorplatz ins Spiel. "Wir dürfen nicht sagen, die Kathedrale ist für fünf Jahre geschlossen, und das war's", sagte er dem Sender CNews.

Es sei möglich, dass die Kathedrale schon bald wieder geöffnet werde, falls es die Sicherheit des Gebäudes erlaube, sagte eine Sprecherin der Pariser Diözese. Allerdings sei es noch zu früh, um darüber eine verlässliche Aussage zu treffen. Sie reagierte damit auf Spekulationen, wonach die Kirche bis zu sechs Jahre lang geschlossen sein könnte.

Quelle: n-tv.de, sab/dpa

Mehr zum Thema