Panorama

GEW beklagt Flickenteppich Ländern bleiben Schlupflöcher bei Kitas und Schulen

fef927dd0fa7074c4fa23b4b266a7d50.jpg

Bis Mitte Februar sollen Kitas geschlossen bleiben.

(Foto: dpa)

Bund und Länder verlängern den Lockdown bis Mitte Februar. Auch Schulen und Kitas bleiben bis dahin geschlossen. Die einzelnen Bundesländer könnten diese umstrittene Entscheidung allerdings unterschiedlich umsetzen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert den Bund-Länder-Beschluss zur Bekämpfung der Corona-Pandemie scharf, da dieser zu viele Schlupflöcher habe. Die Länder könnten auch nach dem Beschluss, den Lockdown für Schulen und Kitas bis zum 15. Februar zu verlängern, entscheiden, "wie sie die Vereinbarung umsetzen", sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Damit bleibt es beim föderalen Flickenteppich in der Bildung."

Bund und Länder hatten den Lockdown aus Sorge über die Virusmutation bis Mitte Februar verlängert. Auch Schulen und Kitas sollen nach dem Beschluss bis dahin weiter geschlossen bleiben. Doch deutete sich an, dass die Länder diese umstrittene Entscheidung unterschiedlich umsetzen werden. Grundsätzlich begrüße die GEW, dass die Präsenzpflicht für Schulen und Kitas zur Eindämmung der Pandemie weiterhin ausgesetzt sei. Tepe wies aber darauf hin, dass aus Gewerkschaftssicht alle Seiten - Lehrer, Kinder und Eltern - "endlich ein bundesweit einheitliches, verbindliches Vorgehen" wollten. Schulen und Kitas bräuchten eine klare Strategie und einen verlässlichen Stufenplan, der vorgebe, bei welchen Ansteckungszahlen welche Maßnahmen greifen.

"Die Akzeptanz der Beschlüsse sinkt bei allen an Schule und Kita Beteiligten, wenn die Länder wie bisher auch bei vergleichbaren Inzidenzzahlen unterschiedliche Maßnahmen ergreifen", sagte Tepe. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. "Wir unterstützen diesen Beschluss, da die Schließung von Schulen nachweislich einen hohen Anteil an der Reduktion des Infektionsgeschehens in der Bevölkerung hat", sagte er dem RND zu der Bund-Länder-Entscheidung. "Die Kanzlerin hat in der Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass auf die restriktive Umsetzung gedrungen werden muss", sagte Beckmann. "Dies sollten die Kultusministerien ernst nehmen und entsprechend agieren."

Baerbock: "Nicht überall funktioniert die Technik"

GEW-Chefin Tepe kritisierte darüber hinaus, dass die Schulen immer noch nicht ausreichend für das Fernlernen ausgestattet seien. "Die Kultusministerinnen und -minister müssen hier endlich mehr Tempo machen." Trotz aller Fortschritte gebe es bis heute keine flächendeckende Versorgung mit digitalen Endgeräten, stabilem Internet WLAN oder ausreichend Geld für IT-Administratoren, sagte Tepe.

In die gleiche Kerbe schlug auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock. Sie bezeichnete es in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv als "fatal", dass in den Beschlüssen keine Rede davon sei, wie man Kindern helfen wolle, die nicht von zu Hause aus lernen könnten. Baerbock kritisierte, "dass nicht überall die Technik funktioniert, dass die Plattformen immer wieder zusammenbrechen, dass es keine Schnelltests zur Selbstanwendung gibt, gerade für Kitas und Schulen."

Baerbock halte es zwar für richtig, die Schulen derzeit nicht komplett zu öffnen, forderte aber die überfällige Ausstattung der Schulen für Februar und März: "Dieser Einbau von den Filtern, der immer noch nicht stattgefunden hat, die Überlegung, wie in Kleingruppen unterrichtet werden kann, das müsste jetzt vorbereitet werden."

Quelle: ntv.de, mba/dpa