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Bande zockt Senioren ab Landgericht verurteilt falsche Polizisten

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Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 2017 rund 10.000 Betrugsfälle mit der Masche registriert.

(Foto: dpa )

Weil ihre Ersparnisse zu Hause angeblich nicht mehr sicher sind, bringen Betrüger Rentner im Namen der Polizei dazu, ihnen ihr Geld anzuvertrauen. Doch dann schlägt die echte Polizei zu. Zwei Mitglieder der Bande müssen sich nun vor Gericht verantworten.

Mit Tausenden Anrufen im Namen der Polizei versetzt eine Bande bundesweit Senioren in Angst. Zwei Mitglieder der Bande sind nun in Düsseldorf vom Landgericht zu Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten eine 80-Jährige um ihre gesamten Ersparnisse von 178.000 Euro gebracht. Ein 48-Jähriger wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Sein 29-jähriger Komplize erhielt eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung. Beide hatten zuvor umfassende Geständnisse abgelegt. 

Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 2017 rund 10.000 Betrugsfälle mit dieser Masche registriert. Aus Callcentern in der Türkei werden dabei Senioren angerufen, auf deren Telefon-Display die Notrufnummer 110 samt Ortsvorwahl erscheint. Die Angerufenen werden vor einem angeblich drohenden Einbruch gewarnt: Sie sollten ihre Wertsachen einem Beamten geben, der gleich vorbeikomme. 

Der nun verurteilte 29-Jährige, der das Geld bei der 80-Jährigen abholte, war bereits von der richtigen Polizei observiert worden. Als er es in Köln dem 48-Jährigen übergeben wollte, schlug die echte Polizei zu und stellte die Summe sicher. Nach dem Urteil bekommt die Seniorin nun ihr Vermögen zurück. Seit 1960 habe sie dafür gespart, sagte sie als Zeugin aus.

In Baden-Württemberg ergaunerten falsche Polizisten unterdessen mehr als 200.000 Euro von einer Seniorin in Bad Saulgau. Die Betrüger machten ihrem Opfer weiß, gegen eine Einbrecherbande zu ermitteln, bei der sich ein Zettel mit dem Namen der 76-Jährigen gefunden habe. Über mehrere Monate hatten sie Kontakt zu der Frau und brachten sie dazu, ein Konto einzurichten und ihr Vermögen darauf zu überweisen. Erst als sich die Frau an die richtige Polizei wandte und nachfragte, wann sie ihr Geld zurückbekomme, flog der Schwindel Ende November auf.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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