Panorama

Wollte Zertifikat erschleichen Besitzer von gefälschtem Impfpass verurteilt

Bei einer Kriminalpolizeiinspektion liegen Impfpässe unter einer Lupe.

Apotheker sind in solchen Fällen laut dem Richter nicht an die Schweigepflicht gebunden.

(Foto: Stefan Puchner/dpa/Archivbild)

Mit einem gefälschten Impfpass versucht sich ein Mann in einer Apotheke einen Impfnachweis zu beschaffen. Doch die Mitarbeiter bemerken die Fälschung und rufen die Polizei. Nun folgt die Quittung: eine Bewährungsstrafe.

Weil er sich mit einem gefälschten Impfpass ein Zertifikat erschleichen wollte, hat das Amtsgericht Landstuhl in Rheinland-Pfalz einen Mann zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt - wegen Urkundenfälschung. Das berichtet die "Bild am Sonntag".

Die Mitarbeiter einer Apotheke bemerkten demnach, dass die Chargen-Nummern abgelaufen waren und riefen die Polizei. Das Strafmaß soll dem Bericht zufolge auch präventiven Charakter haben, also abschrecken. Nach Auffassung des Richters seien Apotheker in solchen Fällen nicht an ihre Schweigepflicht gebunden.

In einer anderen Apotheke hätte der Mann mit der Fälschung laut dem Urteil vielleicht ein Zertifikat bekommen, heißt es weiter. Diese "Dauergefahr" berechtige die Anzeige. Der Mann war demnach bereits vorbestraft.

Kammern und Verbände begrüßten das Urteil, wie die Zeitung berichtet. "Es gibt den Apotheken mehr Sicherheit", erklärte Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Von der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg hieß es: "Die Generalstaatsanwaltschaft hat uns schriftlich mitgeteilt, dass ein rechtfertigender Notstand auch bei uns die Schweigepflicht aushebelt."

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 06. Februar 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, chl

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