Panorama

Für fast zwei Neymars Leonardo-Gemälde erzielt Rekordpreis

Der letzte Leonardo da Vinci aus Privatbesitz kommt unter den Hammer. Der Erlös übersteigt alle Erwartungen - ein unglaublicher Rekord, der selbst die Ablösesumme Neymars wie Peanuts aussehen lässt. Der Fußballstar hatte dem FC Barcelona 222 Millionen Euro eingebracht.

Das nach Angaben des Auktionshauses Christie's letzte bekannte Gemälde von Leonardo da Vinci in Privatbesitz ist in New York für die Rekordsumme von 450 Millionen Dollar - etwa 383,6 Millionen Euro - versteigert worden. Nach Angaben des Auktionshauses ist es damit das teuerste jemals auf der Welt versteigerte Kunstwerk. Ursprünglich war mit einem Preis von rund 100 Millionen Dollar gerechnet worden.

Nach einem hitzigen, knapp 20-minütigen Bieterwettstreit fiel der Hammer und besiegelte die Sensation. Wer das Werk "Salvator Mundi" ersteigert hat, teilte Christie's nicht mit. Bei dem um 1500 entstandenen Gemälde des italienischen Künstlers (1452-1519) handelt es sich um ein Porträt von Jesus Christus in Öl auf Walnussholz. Es hatte zuletzt dem russischen Milliardär Dmitri Rybolowlew gehört.

Der Oligarch, Boss des französischen Fußballklubs AS Monaco, hatte das Werk vor vier Jahren von dem Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier für 127,5 Millionen Dollar gekauft, nachdem dieser es kurz zuvor für 80 Millionen Dollar erworben hatte. Rybolowlew verklagte danach den Schweizer Händler, weil dieser ihm unanständig viel Geld abverlangt habe.

Es gibt auch Kritik

Der Weltrekord ist umso spektakulärer, als das Gemälde lange Zeit als einfache Kopie galt und im Jahr 1958 für lächerliche 45 britische Pfund gehandelt wurde. Erst 2005 tauchte "Salvator Mundi" aus der Versenkung auf, wurde nach eingehender Untersuchung als ein authentisches Werk des weltberühmten Meisters identifiziert und 2011 in der National Gallery in London ausgestellt.

Laut Christie's ist "Salvator Mundi" eines von weniger als 20 Werken, bei denen die Fachwelt davon ausgeht, dass sie tatsächlich von Leonardo da Vinci selbst stammen. Die Entscheidung, das mehr als 500 Jahre alte Bild in der traditionell umsatzstärksten Auktion für Kunst der Nachkriegszeit und der Moderne anzubieten, kritisierten Beobachter dennoch als Preistreiberei. Die alljährlichen Herbstauktionen in New York laufen seit Montag und sollen am Donnerstag zu Ende gehen.

"Ich hätte niemals für möglich gehalten, ein Gemälde dieses Künstlers hier zu haben", sagte François de Poortere, bei Christie's für die Abteilung Alte Meister verantwortlich. "Es ist sehr schwierig zu sagen, was hier eigentlich passiert ist. Das ist ein außerordentlicher Preis für ein außerordentliches Gemälde. Leonardo hat ganze Generationen inspiriert und tut dies noch heute."

Quelle: ntv.de, bad/jug/dpa/AFP