Panorama

Panische Raubkatze in IndienLeopard greift Schaulustige in Jalandhar an

01.02.2019, 11:20 Uhr
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Schmerzhafte Konfrontation in Jalandhar: Der verirrte Leopard verbeißt sich in die Hand eines Anwohners. (Foto: dpa)

Dramatische Jagdszenen in einer nordindischen Großstadt: Wild fauchend irrt ein ausgewachsener Leopard am helllichten Tag durch die Gärten und Hinterhöfe von Jalandhar. Auf ihrer Flucht fällt die Raubkatze alle an, die ihr zu nahe kommen.

Ein wilder Leopard hat im nordindischen Jalandhar eine Panik ausgelöst. Die Raubkatze, die sich in eine Wohngegend verirrt hatte, streifte mehrere Stunden durch die 800.000 Einwohner zählende Stadt und verletzte vier Menschen, bevor Helfer das aggressive und vollkommen verstörte Tier einfangen konnten.

Bei den meisten Verletzten handelte es sich um Schaulustige, die der Raubkatze zu nahe gekommen waren. Videos im Netz zeigen den Leoparden, wie er auf seiner panischen Flucht vor den herandrängenden Zuschauern mehrere Einwohner in Gärten und Straßen anfiel. In die Enge getrieben überwand das Raubtier selbst zwei Meter hohe Mauern im Sprung.

Lebensgefährliche Begegnung

In mindestens einem Fall zog das Tier einen Mann zu Boden und verbiss sich in dessen Arm, bevor es über eine nahe gelegene Mauer sprang und einen weiteren Mann anfiel. Wildschutzbeamte des Bundesstaates Punjab erklärten, der Leopard sei von den Hügeln des Nachbarstaates Himachal Pradesh gekommen und durch Wälder und Felder nach Jalandhar gelangt.

Die Nachricht, dass sich ein wildes Tier nach Jalandhar verirrt hatte, verbreitete sich in der nordindischen Stadt wie ein Lauffeuer. Zahlreiche Schaulustige versammelten sich, um einen Blick auf den Leoparden zu werfen und behinderten so die Bemühungen, ihn einzufangen. Die Polizei musste mehrere Straßen absperren, um Passanten und Anwohner fernzuhalten.

Die Raubkatze konnte schließlich in die Enge getrieben und ruhig gestellt werden. Der Leopard wurde in einen Käfig gesperrt und in den Chhatbir Zoo gebracht. Dort sollte er nun mehrere Tage unter Beobachtung bleiben, bis über seine Zukunft entschieden wird.

Leoparden gelten eigentlich als scheue, nachtaktive Tiere. Mit der Ausbreitung landwirtschaftlich genutzter Flächen werden Leoparden-Sichtungen in der Nähe menschlicher Behausungen allerdings in Indien häufiger. Die bis zu 70 Kilogramm schweren Tiere mit ihrem typisch gefleckten Fell bevorzugen baumbestandene Regionen mit offenen Flächen, wie sie sich etwa auch in Teeplantagen oder am Rand von Feldern bieten.

Haushunde locken Leoparden an

Berichten zufolge passen sich die Tiere zudem auch an neue Nahrungsquellen an. Eine Untersuchung von Kotspuren im indischen Bundesstaat Mahashtra aus dem Jahr 2014 ergab, dass sich die dort lebenden Leoparden nicht nur in großer räumlicher Nähe zu Siedlungsgebieten aufhielten, sondern sich offenbar auch zunehmend von der Jagd auf Haustiere ernährten.

In den analysierten Kothaufen fanden sich demnach auffallend viele Überreste von Hunden. Biologen schlossen daraus, dass die Sorgen der Viehhalter vor einem drohenden wirtschaftlichen Schaden weitgehend unbegründet seien. Für die indischen Leoparden stellten streunende Hunde in der freien Wildbahn offenbar eine sehr viel leichter erreichbare Beute dar als etwa in geschützten Ställen gehaltenen Nutztiere wie Schweine oder Ziegen.

Quelle: mmo/AFP

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