Panorama

"Licht in das Dunkelfeld"Collien Fernandes ruft zu Demonstration auf

21.03.2026, 12:56 Uhr
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Collien Fernandes fordert besseren Schutz von Gewaltopfern und ein größeres Problembewusstein. (Foto: picture alliance/dpa)

Ihrem Ex-Mann wirft Collien Fernandes Gewalt vor, der deutschen Justiz Versagen. Ministerin Hubig plant bereits Gesetzesänderungen. Eine Protestaktion in Berlin soll den Forderungen nach besserem Schutz der Opfer Nachdruck verleihen.

Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat für Sonntag zu einer Demonstration am Brandenburger Tor aufgerufen: für Gesetzesänderungen und gegen sexualisierte Gewalt. "Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag", schreibt Fernandes bei Instagram." Diese finde mitten in der Gesellschaft statt. Doch nur ein kleiner Bruchteil würde angezeigt. "Lasst uns Licht in das Dunkelfeld bringen", fordert die 44-Jährige. "Lasst uns laut sein und laut bleiben!"

Fernandes hatte ihren Ex-Mann Christian Ulmen angezeigt, weil er jahrelang Fake-Accounts in ihrem Namen erstellt haben soll. Über diese sollen Fake-Nacktbilder und KI-generierte Sexvideos der früheren Viva-Moderatorin verbreitet worden sein. Zuerst berichtete der "Spiegel" über die Vorwürfe. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt nennt die Berichterstattung des Magazins rechtswidrig. Es handele sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung". Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet".

Im Internet kursieren unzählige, mithilfe künstlicher Intelligenz generierte Pornos und Nacktbilder. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat angekündigt, mit einem neuen Gesetz Strafbarkeitslücken im Fall von digitaler Gewalt zu schließen, ohne sich zu dem konkreten Fall zu äußern. "Wir wollen dafür sorgen, dass sich Täter nicht mehr sicher fühlen können, sondern dass sie damit rechnen müssen, dass sie bekannt und wirksam strafrechtlich verfolgt werden", sagte Hubig bei RTL und ntv.

Fernandes warf der deutschen Justiz bei Fällen von häuslicher und digitaler Gewalt Versagen vor und nannte Deutschland ein "Täterparadies". "Warum soll ich etwas zur Anzeige bringen, wenn am Ende nichts dabei herumkommt?", sagte sie im Gespräch mit der ARD. "Wir haben uns sehr bewusst dafür entschieden, in Spanien zu klagen", erklärte Fernandes zu ihrem persönlichen Fall. In Spanien seien die Rechte von Frauen deutlich besser als in Deutschland.

Auf ihren Demonstrationsaufruf bei Instagram reagierten zahlreiche Nutzer. Motsi Mabuse, Influencerin Louisa Dellert und Moderatorin Aminata Belli beispielsweise kommentierten den Post mit mehreren Herzen. Fernandes bedankte sich darin auch für den "überwältigenden Support", nachdem sie ihre Vorwürfe öffentlich gemacht hatte. Die Unterstützung habe ihr geholfen, "aus einem ganz tiefen Tal zu kommen".

Quelle: ntv.de, chl

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