Panorama

Nur Wochen nach Brandattacke Linienbus überrollt Obdachlosen

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Der Münchener Linienbus stand an einer roten Ampel, als der Mann einsteigen wollte.

(Foto: Feuerwehr München)

Ein Obdachloser schläft am Münchner Hauptbahnhof auf einer Bank. Zwei Männer zünden seine Habseligkeiten an - die Attacke übersteht der Mann zum Glück unversehrt. Einige Wochen später wird er von einem Bus überfahren und stirbt.

Ein Obdachloser aus Schleswig-Holstein, der vor einem Monat Opfer einer Brandattacke wurde, ist in München von einem Linienbus überrollt und tödlich verletzt worden. Das Fahrzeug stand an einer roten Ampel in der Nähe einer Haltestelle, als der Mann versuchte, in den Bus zu steigen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Das habe der Busfahrer übersehen und sei angefahren. Dabei stürzte der 51-Jährige nach ersten Erkenntnissen der Ermittler am Donnerstag und wurde überrollt.

Er starb noch an der Unfallstelle. Anfang November hatten zwei Männer am Münchner Hauptbahnhof nachts die Habseligkeiten des Obdachlosen angezündet. Zuerst hatten zwei Männer den Mann fotografiert, Selfies mit ihm gemacht und schließlich mit einer brennenden Zigarette das Feuer gelegt. Passanten schoben damals die brennenden Tüten am Boden weg und verhinderten so Schlimmeres.

Der Mann, der auf einer Bank an einem S-Bahnsteig schlief, blieb damals unverletzt. Er hätte sich laut Polizei erhebliche Brandverletzungen zuziehen können. Die Tatverdächtigen waren in einer S-Bahn geflohen. Nach einer öffentlichen Fahndung war gegen die beiden aus Italien stammenden Männer einige Tage später Haftbefehl erlassen worden.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa