Panorama

Wie künftig Hotspots definieren? Lockerungspläne spalten Virologen

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Virologe Hartmut Hengel hält eine breite Welle bis in den Sommer hinein für möglich.

(Foto: picture alliance / Flashpic)

Die Debatte über die Sinnhaftigkeit des geplanten Wegfalls der meisten Corona-Regeln ist in vollem Gange. Auch Experten sind dabei unterschiedlicher Meinung. Virologe Hengel etwa vermisst langfristiges Denken, sein Kollege Schulz hält dagegen nur noch die Maskenpflicht für nötig.

Virologen halten das geplante Auslaufen vieler Corona-Maßnahmen nach dem 19. März für punktuell zu weitgehend, sind sich in der Gesamtbewertung aber uneinig. "Man muss nüchtern sehen, dass die Inzidenzen nicht mehr fallen, sondern eher steigen", sagte der Freiburger Virologe Hartmut Hengel dem "Südkurier". Breite sich die Omikron-Untervariante BA.2 weiter aus, müsse man befürchten, dass die Zahlen noch weiter stiegen.

Der Bund plane nur noch mit Corona-Hotspots als Ausnahmeregelung, obwohl "eine breite Welle bis in den Sommer hinein" möglich scheine, sagte Hengel. "Wie definiert man denn da Hotspots?" Ihm fehle ein langfristigeres Denken, sagte der Leiter der Virologie am Universitätsklinikum Freiburg. "Die Pandemie ist nicht vorüber, wir sind eher mittendrin. Wir sollten uns vorsehen, sonst werden wir wieder Opfer unseres Wunschdenkens."

Der Virologe Thomas Schulz von der Medizinischen Hochschule Hannover sieht die geplanten Lockerungen hingegen unkritisch. "Aus meiner Sicht ist die einzige Maßnahme, die erhalten bleiben sollte, die Maskenpflicht", sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Sie sollte es weiterhin nicht nur in Bus oder Bahn, sondern auch in Geschäften geben. Sie bietet doch einen guten Schutz vor Ansteckung. Auch in Schulen wäre sie sinnvoll."

Nach der vorgesehenen Gesetzesänderung sollen Masken nur noch in Pflegeheimen, Kliniken sowie Bussen und Bahnen vorgeschrieben sein. Mehrere Bundesländer haben sich aber bereits entschieden, Regeln über den 20. März hinaus zu verlängern.

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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